"Können Schwachstellen finden"BaFin: KI-Anwendungen verschärfen Risiko von Cyberangriffen auf Unternehmen

Die rasante Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) vergrößert nach Einschätzung der Finanzaufsicht BaFin die Gefahr von Cyberangriffen auf Unternehmen.
"Die neuen KI-Anwendungen können viele Schwachstellen in den IT-Systemen finden und sogar ausnutzen. Und das sehr schnell", erklärte Bafin-Präsident Mark Branson zur Jahrespressekonferenz der Behörde. Die Zahl der Hackerangriffe steige, und immer häufiger werde dafür KI benutzt. Unternehmen müssten sich darauf einstellen, dass auch die Zahl potenzieller Angriffspunkte steigen werde. "Und diese Schwachstellen müssen sie viel schneller schließen", verlangte Branson. "Cybersicherheit ist ein dringendes und nötiges Investment." Die Bafin verstärke ihre Aufsicht über Cyber-Risiken mit zusätzlichen Ressourcen für die Prüfung bei Finanzunternehmen.
Hintergrund der Sorgen ist das neue KI-Modell "Mythos" des Entwicklers Anthropic. Diese KI ermöglicht es selbst Laien, komplexe Hackerangriffe zu starten. Bei ersten Tests hatte "Mythos" Sicherheitslücken entdeckt, die trotz zahlreicher Prüfungen durch Menschen jahrelang unerkannt geblieben waren. "Mythos" wird zunächst einer Gruppe von ausgesuchten Unternehmen zur Verfügung gestellt.
Weltweit bemühen sich Banken um Zugang zu der Technologie, um sie zu testen. Aufsichtsbehörden prüfen die damit verbundenen Risiken. Experten zufolge stellt "Mythos" insbesondere für ältere IT-Systeme in der Finanzbranche eine erhebliche Herausforderung dar, was bereits zu einer Reihe von Warnungen aus Politik und Regulierung geführt hat. Bislang haben vor allem US-Banken Zugang zu dem Modell erhalten, während der Rest der Branche versucht, den Rückstand aufzuholen.
Mit Sorge beobachtet die Bafin zudem die alternative Kreditvergabe durch Nicht-Banken, das so genannte Private Debt. Aus Sicht der Bafin sind vor allem die mangelnde Transparenz und die Vernetzung der Private-Debt-Fonds problematisch. Mit der Finanzierung von Private-Debt-Anbietern durch Banken könnten Risiken aus diesem Markt auch in den traditionellen Bankensektor gelangen. Auch Versicherer hätten in den vergangenen Jahren verstärkt in alternative Kapitalanlagen wie Private Debt investiert. "Alternative Anlagen stellen besondere Anforderungen an das Risikomanagement", warnte Branson.