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Anzeige wegen DiskriminierungBeleidigung schwarzer Abgeordneter: Frankreichs Justiz nimmt Ermittlungen auf

05.06.2026, 17:08 Uhr
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(Foto: picture alliance / Hans Lucas)

Nach einer rassistischen Beleidigung von vier schwarzen Abgeordneten der Nationalversammlung hat die französische Justiz Ermittlungen aufgenommen.

Nach einer rassistischen Beleidigung von vier schwarzen Abgeordneten der Nationalversammlung hat die französische Justiz Ermittlungen aufgenommen. Auslöser sei eine Anzeige der Parlamentarier der linkspopulistischen Partei La France Insoumise (LFI - Unbeugsames Frankreich) wegen Diskriminierung gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag in Paris mit.

Mitte April war bei der LFI-Fraktion ein anonymer Brief eingegangen, der zwei Szenen aus dem Comic-Band "Tim und Struppi im Kongo" enthielt. In diesen wurden die primitiv dargestellten Afrikaner mit den schwarzen Politikern gleichgestellt. "Aus dem Zoo entlaufen", stand unter den Namen mehrerer Abgeordneter mit afrikanischen Wurzeln. Ein Foto der Collage verbreitete sich anschließend in Onlinediensten.

"Diese Anzeige soll der Straflosigkeit der tausenden Wiederholungstäter ein Ende setzen, die schwarze Menschen wegen ihrer Hautfarbe entmenschlichen", sagte die Anwältin der Betroffenen, Chirinne Ardakani. Sie hoffe, dass die Staatsanwaltschaft die Täter ausfindig mache und strafrechtlich verfolgen werde.

"Es handelt sich nicht um einen symbolischen Akt, sondern darum, internationalen Verpflichtungen Frankreichs nachzukommen", betonte die Anwältin und verwies auf die internationale Konvention zur Bekämpfung von Rassismus. Nach der Kommunalwahl im März waren auch mehrere schwarze Bürgermeister mit Rassismus konfrontiert gewesen, unter ihnen der Chef des Rathauses der Pariser Vorstadt Saint-Denis, Bally Bagayoko.

Quelle: ntv.de, afp

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