Spannungen in SyrienBeobachtungsstelle meldet neue Übergriffe auf alawitische Minderheiten in mehreren Regionen

In Syrien wächst die Sorge vor erneuter Gewaltausbrüche gegen Minderheiten.
In mehreren mehrheitlich alawitisch besiedelten Regionen Syriens sei es wieder zu Übergriffen gekommen, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.
Seit den frühen Morgenstunden hätten lokale Informanten der Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien mehrere schwere Verstöße gemeldet, sagte Direktor Rami Abdel Rahman der Deutschen Presse-Agentur. Fahrzeuge in Lattakia und Banijas im Westen des Landes seien angegriffen worden. In Teilen der Hauptstadt Damaskus seien konfessionsgebundene Parolen skandiert worden. In alawatischen Vierteln riefen Unbekannte demnach: "Wir werden dafür sorgen, dass euch die Luft ausgeht."
Auslöser der neu entfachten Gewalt gegen die alawitische Gemeinde war nach Regierungsangaben der gewaltsame Tod eines Ehepaars in Syriens drittgrößter Stadt Homs am Sonntag. Daraufhin brachen erneute Gefechte aus. In mehreren syrischen Städten kam es zu Demonstrationen gegen die Gewalt. Dabei ist es nach Angaben der Beobachtungsstelle erneut zu Attacken gekommen. Auch Mitglieder der Sicherheitskräfte der Übergangsregierung sollen involviert gewesen sein.
Ein Vertreter der drusischen Gemeinschaft in Dscharamana nahe der Hauptstadt Damaskus sagte der Deutschen Presse-Agentur, Personen mit Verbindungen zur ehemaligen Assad-Regierung versuchten Spannungen mit Minderheiten anzuheizen, um das Land zu destabilisieren. Dazu trage auch die wachsende Unterstützung der internationalen Gemeinschaft für den Interimspräsidenten Ahmed al-Scharaa bei.
Seit dem Sturz von Syriens Langzeitmachthaber Baschar al-Assad ist es in Syrien bereits mehrfach zu Gewaltausbrüchen gegen Minderheiten gekommen. Auch Al-Assad gehörte den Alawiten an, was teils zu Racheakten gegen Angehörige der religiösen Minderheit führte.