Wegen Sparmaßnahmen des BundesBericht: Wohlfahrtsverbände sehen sich gezwungen Plätze für Freiwilligendienste zu reduzieren

Die Wohlfahrtsverbände sehen sich einem Bericht zufolge gezwungen, die Plätze für Freiwilligendienste deutlich zu reduzieren. Für nächstes Jahr biete etwa der Paritätische Wohlfahrtsverband nur noch 5217 Stellen für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an, berichtete der "Spiegel" am Freitag - zuletzt seien es noch 5660 Plätze gewesen. Hintergrund der Entwicklung seien Sparmaßnahmen im Bundeshaushalt 2025.
Auch die Arbeiterwohlfahrt (AWO) verringert dem Bericht zufolge die Zahl der FSJ-Plätze, und zwar um 15 Prozent auf 2100. Beide Verbände wollten zudem keine neuen Verträge für den Bundesfreiwilligendienst schließen. Auch hier seien die Kontingente "drastisch reduziert" worden; zum Teil müssten motivierte Bewerber abgelehnt werden.
Der Entwurf der Bundesregierung für den Haushalt 2025 sieht vor, dass die Mittel für den Bundesfreiwilligendienst von 207,2 Millionen Euro auf 184,2 Millionen Euro sinken. Auch bei den anderen Freiwilligendiensten, zu denen neben dem FSJ auch der Freiwillige Ökologischer Dienst und der Internationale Jugendfreiwilligendienst gehören, wird gekürzt: Hier sollen statt 122,68 Millionen Euro im laufenden Jahr nur noch 105,68 Millionen Euro zur Verfügung stehen.
Endgültige Zahlen stehen erst fest, wenn der Bundestag den Haushalt im Winter verabschiedet. "Die ständige Haushaltsunsicherheit ist fatal", sagte eine AWO-Sprecherin dem "Spiegel". "Es braucht Planungssicherheit zu Beginn eines Jahres." Die Freiwilligendienste müssten pädagogisch geplant und geeignete Bewerber gefunden werden. Lange Wartezeiten und unsichere Aussichten würden die Freiwilligen häufig abschrecken.