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BerufWas macht eigentlich ein Gerichtszeichner?

19.09.2011, 11:14 Uhr

Berlin (dpa) - Wie sieht ein mutmaßlicher Mörder aus - oder wie verhält sich ein prominenter Angeklagter vor Gericht? Das Filmen und Fotografieren ist während eines Prozesses verboten: Darum gibt es Gerichtszeichner. Doch wie wird man Zeichner für das Gericht?

Berlin (dpa) - Wie sieht ein mutmaßlicher Mörder aus - oder wie verhält sich ein prominenter Angeklagter vor Gericht? Das Filmen und Fotografieren ist während eines Prozesses verboten: Darum gibt es Gerichtszeichner. Doch wie wird man Zeichner für das Gericht?

Nur vor der Beginn einer Verhandlung können Fotos zugelassen werden - müssen aber nicht. Danach schlägt die Stunde einer raren Spezies: Gerichtszeichner halten die Mimik und Gestik eines Angeklagten fest - oft nur mit Bleistift auf einem Block.

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass die Gerichte die Zeichner engagieren. Es sind die Medien, die ihnen Aufträge erteilen. Sie drucken oder filmen die Zeichnungen ab, um ihrem Publikum ein Bild von der Verhandlung zu liefern.

Reich werden Gerichtszeichner dabei nicht. Die Honorare liegen in der Regel bei 100 bis 200 Euro für ein Bild, oft gibt es noch weniger. Für die meisten Gerichtszeichner ist es daher ein Nebenjob. Oft sind es Künstler oder Grafiker, die sich ihr Budget aufbessern.

Eine Ausbildung zum Gerichtszeichner gibt es ebenso wenig wie einen bundesweiten Berufsverband. Jeder werkelt für sich. Schnelligkeit und Können sind für diesen Job Voraussetzung. Manchmal bleiben nur wenige Minuten, um Porträts anzufertigen. Denn wenn das Gericht die Öffentlichkeit bei einer Verhandlung ausschließt, muss auch ein Gerichtszeichner gehen.

Bei der Arbeit ist auch Fingerspitzengefühl gefragt. Zum Beispiel, wenn von einem geschützten Zeugen eine Zeichnung geliefert werden soll. Eine Rückenansicht, ein Bein am Tisch - ein Gerichtszeichner braucht immer gute Ideen.

Quelle: dpa

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