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22.000 Jobs könnten wegfallenBosch: Protestwelle gegen Stellenabbau und EU-Verbrenneraus

04.12.2025, 11:50 Uhr
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(Foto: Marijan Murat/dpa)

Die bei Bosch seit Wochen laufenden Aktionen von Tausenden Beschäftigten gegen den Arbeitsplatzabbau enden für dieses Jahr mit einer Mahnwache am Standort Stuttgart-Feuerbach.

Bis heute Abend postieren sich dort Betriebsräte und Beschäftigte vor dem Werkstor, um gegen den im September angekündigten deutschlandweiten Abbau von 13.000 Stellen in der Autozuliefersparte "Mobility" zu protestieren. Inklusive der früher genannten Abbaupläne summiert sich der Einschnitt im gesamten Konzern auf 22.000 Stellen. Betriebsratschef Frank Sell forderte das Unternehmen auf, Arbeitsplätze und den Standort durch das Ansiedeln von Zukunftsgeschäft zu sichern. Der Stiftungskonzern hatte im September die zusätzlichen Stellenstreichungen bis 2030 mit der schwachen Nachfrage am Automarkt und einem zu langsamen Hochlauf von Elektromobilität, Wasserstoffantrieben oder automatisiertem Fahren begründet. Milliardenschwere Investitionen rechnen sich bisher nicht. Bosch will die Kosten deshalb um 2,5 Milliarden Euro im Jahr senken.

Der Betriebsrat hatte einen "heißen Herbst" der Proteste gegen den größten Stellenabbau der Firmengeschichte angekündigt. An den betroffenen Standorten Reutlingen, Waiblingen, Bühl und Schwieberdingen in Baden-Württemberg sowie in Homburg im Saarland gingen viele Beschäftigte bereits auf die Straße. Am größten deutschen Bosch-Standort in Feuerbach sollen bis Ende des Jahrzehnts rund 3500 von 15.000 Mitarbeitenden gehen. Mit einer symbolischen Beerdigung der Arbeitsplätze und der Werte des Stiftungskonzerns, zu denen soziale Verantwortung gehört, wollen Betriebsrat und IG Metall am Donnerstagabend auf die schwierige Lage aufmerksam machen.

Um den Arbeitsplatzschwund bei Bosch und anderen Zulieferern in Deutschland zu stoppen, fordert der Bosch-Betriebsrat wie auch die Gewerkschaft, vom faktischen Verbrenneraus 2035 in der Europäischen Union abzurücken. Wie die Bundesregierung setzen sich die Arbeitnehmervertreter dafür ein, dass der Verbrennungsmotor noch länger gebaut werden kann, vor allem in Hybridantrieben ergänzend zur Batterie. "Statt starrer Verbote kann das Ziel der Klimaneutralität auch erreicht werden, ohne dass eine komplette Branche aus Europa verschwindet", erklärte Betriebsratschef Sell. "Lasst die Unternehmen in neue Technologien anstatt in Abbauprogramme investieren!"

Mit Spannung wird dazu von der EU-Kommission ein Vorschlag in der kommenden Woche erwartet. Insidern zufolge könnte sich das aber verzögern. Nach Deutschland, das mit einem Brief von Bundeskanzler Friedrich Merz auf eine Flexibilisierung drängt, gebe es noch weiteren Input von Mitgliedstaaten, erklärte die EU-Kommission.

Quelle: ntv.de, rts

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