Wachstum überrascht ExpertenBritische Wirtschaft wächst im Februar so stark wie seit Anfang 2024 nicht mehr

Die britische Wirtschaft ist im Februar überraschend kräftig gewachsen und hat so stark zugelegt wie zuletzt Anfang 2024.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) kletterte um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das nationale Statistikamt ONS am Donnerstag mitteilte. Ökonomen hatten nur mit plus 0,2 Prozent gerechnet. Angetrieben wurde das Wachstum demnach vom Dienstleistungssektor und einer Erholung der Autoproduktion. Die Daten deuten darauf hin, dass die Konjunktur vor dem Iran-Krieg in einer etwas besseren Verfassung war als von vielen Experten befürchtet.
Der Konflikt im Nahen Osten trübt Fachleuten zufolge die Aussichten jedoch erheblich. Großbritannien gilt als anfällig für die Folgen, da es stark von Energieimporten abhängig ist und tendenziell stärker von Inflation betroffen ist als andere Länder. "Leider hat der jüngste Energiepreisschock dieser Dynamik wahrscheinlich den Boden unter den Füßen weggezogen", sagte Fergus Jiminez-England vom National Institute for Economic and Social Research (NIESR). Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte jüngst seine Wachstumsprognose 2026 für Großbritannien wegen des Iran-Krieges so stark gesenkt wie für keine andere große Industrienation - von 1,3 auf 0,8 Prozent.
Das Wachstum in den drei Monaten bis Februar betrug ebenfalls 0,5 Prozent. Damit steuert die britische Wirtschaft das dritte Jahr in Folge auf ein starkes erstes Quartal zu. Dieses Muster hat bei einigen Ökonomen den Verdacht geweckt, dass die saisonale Bereinigung des Statistikamtes nach den starken Konjunkturschwankungen während der Corona-Pandemie fehlerhaft sein könnte. Das ONS wies dies zurück. ING-Analyst James Smith nannte die Daten angesichts der aktuellen Krise ohnehin "Schnee von gestern".