Erwartungen gedämpftBundesregierung erwartet trotz Waffenruhe im Nahen Osten keine schnellen Rückgänge bei Spritpreisen

Die Bundesregierung hat die Hoffnung auf rasch sinkende Spritpreise infolge der Einigung auf eine Waffenruhe in Nahost gedämpft.
Der Friedensprozess sei weiterhin "mit großen Unsicherheiten behaftet", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille am Mittwoch in Berlin. "Wir sind noch weit von einem Abkommen entfernt, und erhebliche Rückschläge sind jederzeit möglich."
Zudem brauche die Wiedereröffnung der Straße von Hormus Zeit und stelle auch nicht unmittelbar die Situation von vor den US-israelischen Angriffen auf den Iran wieder her, führte Hille aus. "Es wird Zeit in Anspruch nehmen, bis die Schifffahrt wieder das Vorkriegsniveau erreicht und das Angebot am Weltmarkt stabilisiert ist. Und es wird dauern, bis zerstörte Produktionsanlagen wieder hergestellt sind."
"Dementsprechend wird es auch dauern, bis deutliche Preissenkungen bei uns ankommen", sagte der Regierungssprecher. Allerdings waren die Rohölpreise am Weltmarkt unmittelbar nach der Verkündung der Waffenruhe durch US-Präsident Donald Trump massiv gesunken - genau wie sie auch unmittelbar nach Beginn der Angriffe in Erwartung der Transportengpässe durch die Straße von Hormus sofort gestiegen waren.
Kurz vor Ablauf eines US-Ultimatums an den Iran hatte Trump am Dienstagabend eine "beidseitige Waffenruhe" für zunächst zwei Wochen verkündet. Der Iran erklärte sich später bereit, die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Es besteht Hoffnung, dass ein längerfristiger Waffenstillstand zustande kommt.
Regierungssprecher Hille verwies auch auf die Transportkosten im internationalen Schiffsverkehr, die auch im Fall erfolgreicher Verhandlungen "absehbar erhöht bleiben". Denn der Iran wolle weiterhin Gebühren für die Passage der Straße von Hormus verlangen und die Versicherungspreise dürften nach derzeitigem Stand ebenfalls erhöht bleiben.