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Mit Zuspitzung der Lage rechnenBundesregierung warnt nach tödlichen Unruhen vor Reisen nach Bangladesch

21.07.2024, 18:18 Uhr
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Streitkräfte stehen Wache in der Hauptstadt Dhaka (Foto: Rajib Dhar/AP/dpa)

Die Bundesregierung warnt angesichts der gewaltsamen Zusammenstöße im Zusammenhang mit den Studentenprotesten in Bangladesch vor Reisen in das südasiatische Land. Es müsse mit einer weiteren Verschlechterung der Lage gerechnet werden, erklärte das Auswärtige Amt am Sonntag. Wer sich in Bangladesch aufhalte, sollte demnach "unbedingt die geltende Ausgangssperre" befolgen und an einem sicheren Ort bleiben. Demonstrationen und größere Menschenansammlungen sollten weiträumig gemieden werden.

Bei den seit Wochen anhaltenden Studentenprotesten in Bangladesch wurden nach einer AFP-Zählung bislang mindestens 151 Menschen getötet. Die Regierung hatte wegen der Unruhen eine Ausgangssperre verhängt, an die sich viele Protestierende aber nicht hielten. In der Hauptstadt Dhaka schoss die Polizei am Samstag auf Demonstranten, wie ein AFP-Reporter berichtete. Die Regierung hatte bereits am Donnerstag eine Internetsperre verhängt, was die Kommunikation im Land erschwert.

Die Studenten in Bangladesch demonstrieren seit Wochen fast täglich gegen ein Quotensystem der Regierung, das vorsieht, dass mehr als die Hälfte der gut bezahlten Stellen im öffentlichen Dienst bestimmten Bevölkerungsgruppen vorbehalten sind. In den Städten patrouillierten zuletzt Soldaten, um die Unruhen im Keim zu ersticken.

Die Studenten fordern eine vollständige Abschaffung des umstrittenen Quotensystems. Das Oberste Gericht des Landes änderte am Sonntag die Einstellungskriterien und stutzte die Quoten für bestimmte Bevölkerungsgruppen erheblich zurück. Künftig soll die überwiegende Mehrheit der Angestellten nach Eignung eingestellt werden. Ein Vertreter der Studenten erklärte dessen ungeachtet, dass die Proteste weitergehen sollten.

Quelle: ntv.de, afp

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