Berlin mahnt Völkerrecht anBundesregierung weist Trumps Ansprüche auf grönländisches Gebiet zurück

Die Bundesregierung pocht mit Blick auf die Ansprüche von US-Präsident Donald Trump auf das zu Dänemark gehörende Grönland auf die Einhaltung des Völkerrechts.
"Grenzen dürfen nicht mit Gewalt verschoben werden" und "Gebiete dürfen nicht zwangsweise annektiert werden", sagte Vizeregierungssprecher Sebastian Hille am Montag in Berlin. "Es gilt das Völkerrecht", stellte er klar.
Weiter sagte Hille, die Bundesregierung sei in diesen Fragen in engem Gespräch mit Dänemark und den anderen europäischen Partnern, "die unsere Sicht teilen". Der Regierungssprecher fügte hinzu: "Wir sind in unserer Kommunikation mit den USA in dieser Hinsicht klar."
Bundesaußenminister Johann Wadephul schloss einen Besuch in Grönland nicht aus: "Das ist durchaus möglich, dass ich demnächst mal in Grönland bin", antwortete er in einem Interview mit dem Deutschlandfunk auf eine entsprechende Frage. "Unsere Position ist völlig klar, die Färöer, Grönland gehören zum Königreich Dänemark", sagte Wadephul weiter. "Das ist unbestritten", fügte er ungeachtet der US-Ansprüche hinzu.
Wadephul sagte allerdings auch, Trump habe mit Blick auf Grönland "richtigerweise darauf hingewiesen", dass es ein verstärktes chinesisches, russisches Interesse an der Region gebe. "Das berührt unsere Sicherheitsinteressen", hob er hervor und es ergebe Sinn, "die Sicherheitslage in der Arktis gemeinsam mit den USA zu besprechen". Dazu sei auch Dänemark sicherlich bereit. "Aber das lässt Fragen der territorialen Integrität Grönlands völlig unberührt", betonte Wadephul.