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Gespräche in schwieriger LageBundesweite Tarifverhandlungen für Chemie- und Pharmaindustrie gestartet

03.02.2026, 13:08 Uhr
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(Foto: Fabian Strauch/dpa)

Vor dem Hintergrund einer tiefen Branchenkrise beginnen am Dienstag die bundesweiten Tarifverhandlungen für die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie.

Zum Auftakt in Hannover prallten die Positionen von Gewerkschaft und Arbeitgebern deutlich aufeinander. Während die IG BCE Kaufkraft und Beschäftigungssicherheit für die rund 585.000 Beschäftigten fordert, verweist der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) auf die angespannte Lage der Unternehmen und verlangt eine tarifpolitische Atempause. Die auf zwei Tage angesetzten Gespräche folgen auf zuvor ergebnislose regionale Verhandlungsrunden.

"Die Chemie steht mit dem Rücken an der Wand", sagte BAVC-Verhandlungsführer Matthias Bürk vor Beginn der Gespräche. Insolvenzen, Anlagenschließungen und Stellenabbau prägten das Bild, die Produktion liege rund 20 Prozent unter dem Niveau von 2018. Er rechne mit schwierigen Verhandlungen. "Es gibt kein Wachstum, keinen Aufschwung und keinen Verteilungsspielraum", erklärte Bürk. Vorrangiges Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit der Branche wiederherzustellen. Dafür brauche es eine "tarifpolitische Atempause". Die IG BCE weist diese Forderung zurück. "Jeder Job zählt, jeder Euro zählt", sagte Verhandlungsführer Oliver Heinrich. Er hoffe, insbesondere beim Thema Beschäftigungssicherung "erste Zwischenziele erreichen" zu können.

Das Geschäftsklima in der Chemieindustrie hatte sich laut Ifo-Institut zuletzt geringfügig verbessert. Erstmals seit Monaten stieg der Auftragsbestand. Die aktuelle Lage bewerteten die Unternehmen jedoch schlechter, nur die Erwartungen hellten sich etwas auf. Die Kapazitätsauslastung lag mit 72,7 Prozent deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Zudem planten die Firmen, die Produktion weiter zurückzufahren und Personal abzubauen.

Quelle: ntv.de, rts

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