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Rund 585.000 Beschäftigte betroffenChemie-Tarifrunde: Harte Fronten vor Verhandlungsstart – Gewerkschaft fordert Lohnplus

16.12.2025, 15:53 Uhr
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(Foto: dpa)

Die Tarifverhandlungen für die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie stehen vor einem schwierigen Start. Während die Gewerkschaft IGBCE spürbare Lohnerhöhungen und Jobsicherheit fordert, verlangen die Arbeitgeber angesichts der Branchenkrise eine tarifpolitische Atempause.

Die Verhandlungen für die rund 585.000 Beschäftigten beginnen am 14. Januar, wie beide Seiten am Dienstag mitteilten. Die Reallohnverluste der Beschäftigten nach den Jahren mit Rekordinflation seien bis heute nicht komplett ausgeglichen, sagte IGBCE-Verhandlungsführer Oliver Heinrich. "Es gibt immer noch massiven Nachholbedarf bei den Löhnen." Forderungen der Arbeitgeber nach einer Nullrunde erteilte er eine Absage. Es gebe genug Betriebe, die gut verdienten, und Industriesparten, die wüchsen.

Der Arbeitgeberverband BAVC wies die Forderungen scharf zurück. "Es gibt keinen Verteilungsspielraum", sagte BAVC-Verhandlungsführer Matthias Bürk. "Machen wir Arbeit am Standort Deutschland noch teurer, verschärfen wir die Krise." Für die Branche gelte "Alarmstufe Rot". Die Produktion liege fast 20 Prozent unter dem Niveau von 2018, Tausende Stellen würden abgebaut oder stünden auf dem Prüfstand.

Kritisch sehen die Arbeitgeber auch die Forderung nach tariflichen Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung. "Eine flächendeckende Jobgarantie per Tarifvertrag wird es nicht geben", erklärte Bürk. Sichere Arbeitsplätze ließen sich nicht verordnen. Zudem verwies er auf den Tarifabschluss von 2024, mit dem die Arbeitgeber mit einer Lohnerhöhung von fast fünf Prozent zum April 2025 bereits "massiv in Vorleistung gegangen" seien.

Die Tarifverhandlungen starten am 14. Januar zunächst auf regionaler Ebene. Sollte es dort keine Einigung geben, ist die erste Verhandlungsrunde auf Bundesebene beginnend am 3. Februar in Hannover geplant. Der aktuelle Tarifvertrag läuft bis zum 28. Februar 2026.

Quelle: ntv.de, rts

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