"Höchststrafe für Delikt"China: Gericht verurteilt regierungskritischen Künstler Gao Zhen zu drei Jahren Haft

Ein Gericht in China hat den regierungskritischen Künstler Gao Zhen wegen "Beleidigung von Helden und Märtyrern" zu drei Jahren Haft verurteilt.
Die Richter in Sanhe in der nordchinesischen Provinz Hebei hätten damit die Höchststrafe gegen den 70-Jährigen verhängt, erklärte die Organisation "Chinese Human Rights Defenders" (CHRD). Gao hatte sich unter anderem kritisch mit Staatsgründer Mao Zedong auseinandergesetzt.
Die "Verhängung der Höchststrafe für dieses Delikt" durch das Gericht in Sanhe verdeutliche "die Entschlossenheit der Behörden, andere von unabhängiger Kunstausübung abzuschrecken", erklärte die China-Expertin der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, Sarah Brooks. "Kein Künstler sollte strafrechtlich belangt werden, weil er Werke schafft, die offizielle Narrative hinterfragen oder zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte anregen", fügte sie hinzu.
Gao Zhen und sein Bruder Gao Qiang waren Anfang der 2000er Jahre mit Kunstwerken bekannt geworden, die sich kritisch mit Mao, der Kulturrevolution und den Protesten auf dem Platz des Himmlischen Friedens auseinandersetzten. Die Skulptur "Maos Schuld" etwa zeigte den Staatsgründer in kniender Haltung auf dem Boden. Gao war 2022 in die USA gezogen und 2024 bei einem Besuch in China festgenommen worden. Seitdem sitzt er in Haft.