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Kein Atomkraftverbot mehrDänemark erwähnt Bau von Mini-Atomreaktoren

22.01.2026, 19:43 Uhr
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Die Flaggen der Färöer-Inseln sowie von Dänemark und Grönland wehen vor dem Arktischen Kommando in der grönländischen Hauptstadt Nuuk. (zu dpa: «Grönländer wird Arktis-Botschafter des Königreichs Dänemark») +++ dpa-Bildfunk +++ (Foto: picture alliance/dpa)

Dänemark erwägt den Bau von sogenannten Mini-Atomreaktoren - und damit die Beendigung seines seit rund 40 Jahren geltenden Verbots der Nuklearenergie.

Dänemark erwägt den Bau von sogenannten Mini-Atomreaktoren - und damit die Beendigung seines seit rund 40 Jahren geltenden Verbots der Nuklearenergie. Um die Energieversorgung des Landes langfristig zu sichern, könnten "kleine modulare Kernreaktoren eine Option sein", erklärte Energieminister Lars Aagaard am Donnerstag. Ein gesetzlicher Rahmen zur Überprüfung des Potenzials der Small Modular Reactors (SMR) sowie zur Aufhebung des Atomkraftverbots sei nun geschaffen worden.

"Grüne Energie aus Sonne und Wind ist heute und auch in Zukunft die Säule der dänischen Energieversorgung, aber wir sehen, dass sie allein nicht ausreicht", betonte Aagaard. Vor einer endgültigen Entscheidung werde die dänische Regierung jedoch weitere Informationen zur Sicherheit, Regulierung, dem Umgang mit radioaktiven Abfällen und den Kosten von SMRs einholen.

Die SMRs sind deutlich kleiner als herkömmliche Atomkraftwerke. Typisch für einen SMR ist nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) eine Kapazität von bis zu 300 Megawatt elektrischer Leistung. Da sie vergleichsweise einfach zu bauen sind, gelten SMRs als kostengünstige Alternative zu großen Akw.

1985 hatte das dänische Parlament ein Verbot der Nuklearenergie beschlossen. Anfang 2025 erklärte die dänische Regierung jedoch, neue Atomkrafttechnologien als mögliche Energiequellen prüfen zu wollen. Der dänische Energiemix bestand 2024 nach IEA-Angaben aus 58 Prozent Windenergie, 18 Prozent Biokraftstoffen, elf Prozent Solarenergie und jeweils fünf Prozent Energie aus Kohle und Abfall.

Quelle: ntv.de, afp

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