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"Das ist völlig verrückt"Dänischer Geheimdienstchef Lars Findsen wegen "schwerem Fehlvergehen" in U-Haft

10.01.2022, 14:05 Uhr

Medienberichten zufolge ist der Chef des dänischen Auslandsgeheimdienstes, Lars Findsen festgenommen worden. Es gehe um seine Verwicklung in einen Fall, der sich um das Durchsickern hochgeheimer Informationen drehe, berichtete unter anderem der öffentlich-rechtliche Sender DR am Montag.

Daenemark-Corona
Daenemark (Foto: imago images/Richard Wareham)

Bereits im Dezember seien vier aktuelle und ehemalige Mitarbeiter der beiden dänischen Geheimdienste festgenommen. Findsen sei der einzige, der während der laufenden Ermittlungen in Untersuchungshaft bleibe. Der Fall sei bekannt geworden durch eine Gerichtsverhandlung, bei der das Veröffentlichungsverbot aufgehoben worden sei.

Findsen sagte zu Reportern, die bei der Gerichtsanhörung anwesend waren, er plädiere auf nicht schuldig. "Das ist völlig verrückt." Die Staatsanwaltschaft wollte sich nicht äußern. Reuters konnte weder Findsen noch seinen Anwalt erreichen. Der Fall wird hinter verschlossenen Türen verhandelt. Laut dem Sender DR geht es um geheime Informationen, die an dänische Medien weitergegeben wurden. Der öffentlich-rechtliche Sender hatte 2020 berichtet, dass der dänische Nachrichtendienst Daten mit dem US-Geheimdienst geteilt habe und die Amerikaner dadurch möglicherweise Zugriff auf die persönlichen Daten und die private Kommunikation dänischer Bürger bekommen hätten.

Findsen und vier weitere Geheimdienstmitarbeiter wurden in einem anderen Fall im August 2020 zeitweise suspendiert, nachdem ein unabhängiges Aufsichtsgremium ihnen schweres Fehlverhalten vorgeworfen hatte. Die Vorwürfe wurden im vergangenen Monat von einer Untersuchungskommission zurückgewiesen und die Supendierungen aufgehoben.

Quelle: RTS

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