Trotz SanktionenDeutsche Ausfuhren in den Iran 2024 um 6,3 Prozent gestiegen

Trotz mehrfach verschärfter Sanktionen sind die deutschen Exporte in den Iran im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Die Ausfuhr von Waren in die Islamische Republik erhöhte sich um 6,3 Prozent auf fast 1,3 Milliarden Euro, wie Reuters vorliegende Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen. Zum Vergleich: Die gesamten deutschen Exporte sanken im vergangenen Jahr um 1,0 Prozent.
Einer Auswertung des bundeseigenen Wirtschaftsförderers Germany Trade and Invest (GTAI) zufolge legte die Ausfuhr an chemischen Produkten merklich zu. Diese machen etwa ein Drittel der deutschen Iran-Lieferungen aus. Auch bei verschiedenen Fertigwaren und Rohstoffen (ohne Nahrungsmittel und mineralische Brennstoffe) gab es demnach deutliche Steigerungen.
Auch wenn die Zuwächse des Iran-Geschäfts von niedrigem Niveau aus erfolgen, gibt es scharfe Kritik. "Der Iran ist kein normaler Handelspartner", sagte der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, am Mittwoch zu Reuters. Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass der Iran aktiv gegen deutsche Interessen agiere. So bedrohten die von Teheran gesteuerten Huthi-Milizen am Roten Meer den Welthandel und damit direkt die Exportnation Deutschland. "Von jedem Euro, der in die Hände der Mullahs fließt, kommen 50 Cent als Terror zurück", sagte Prosor. Die Mullahs hielten das iranische Volk im Würgegriff. "So bitter es ist: Man muss extrem aufpassen, mit wem man Handel treibt", sagte der Botschafter. "Selbst wer seit 1979 hinter dem Mond gelebt hat, weiß inzwischen: Handel durch Wandel funktioniert mit dem Regime in Teheran nicht."