FirmenumfrageDeutsche Wirtschaft bleibt akut rezessionsgefährdet

Die deutsche Wirtschaft bleibt akut rezessionsgefährdet. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - sank im Februar überraschend um 0,9 auf 46,1 Punkte. Das teilte der Finanzdienstleister S&P Global am Donnerstag zu seiner monatlichen Firmenumfrage mit. Das Barometer entfernte sich damit weiter von der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, die nun schon seit acht Monaten verfehlt wird. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen einen leichten Anstieg auf 47,5 Zähler vorhergesagt.
"Die deutsche Wirtschaft bleibt unter Druck", sagte Ökonom Tariq Kamal Chaudhry von der Hamburg Commercial Bank (HCOB), die die Umfrage sponsert. Das liegt vor allem an der Industrie: Hier brach das an den Finanzmärkten stark beachtete Barometer um 3,2 auf 42,3 Punkte ein. "Für die deutsche Industrie sieht es jetzt ziemlich düster aus", sagte Chaudhry. Sie leide unter hohen Zinsen, teurer Energie, geopolitischen Risiken und einer mauen Weltkonjunktur. Die Produktion gehe stark zurück, die Neuaufträge aus dem In- und Ausland "verschlechtern sich drastisch".
Auch bei den Dienstleistern sieht es nicht rosig aus. Hier legte der Einkaufsmanagerindex zwar um 0,5 auf 48,2 Punkte zu, blieb aber ebenfalls merklich unter der Wachstumsmarke von 50. "Das Licht am Ende des Tunnels ist sichtbar, wird aber wohl erst im zweiten Quartal erreicht werden", sagte Chaudhry mit Blick auf den Service-Sektor.