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Ungleiches BevölkerungswachstumDeutschlands Regionen entwickeln sich bis 2035 stark auseinander

22.12.2025, 10:28 Uhr
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(Foto: Marijan Murat/dpa)

Die Bevölkerung in Deutschland wird sich einer Studie zufolge bis 2035 regional sehr unterschiedlich entwickeln.

Während einige Landkreise mit einem Zuwachs von bis zu elf Prozent rechnen können, droht anderen ein Schwund von bis zu 14 Prozent. Insgesamt dürfte die Bevölkerung nur leicht um 0,4 Prozent auf rund 84 Millionen Menschen zulegen, wie am Montag aus der Studie "Regionen 2035 - Demografie" hervorgeht, die der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) am Montag in Berlin vorstellte. Erstellt wurde sie vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln).

Die Entwicklung stellt nach Worten von BVR-Präsidentin Marija Kolak viele Regionen vor harte Proben. "Wo Menschen fehlen, fehlen Fachkräfte. Wo Fachkräfte fehlen, geraten Arbeitsplätze, Unternehmensnachfolge und Gewerbeansiedlungen unter Druck", sagte Kolak. Umgekehrt entstünden in Zuzugsregionen neue Chancen für Wohnraum, Infrastruktur und Wirtschaftswachstum. Die Prognosen sollten Handlungs- und Entscheidungsgrundlagen schaffen, damit die Regionen lebendig und wirtschaftlich stark blieben.

Besonders dynamisch entwickeln sich der Prognose zufolge die Städte Landshut, Leipzig und Potsdam, während viele Landkreise in Ost- und Mitteldeutschland Einwohner verlieren. Im Süden Deutschlands ist der Altenquotient, also das Verhältnis von Rentnern zu Personen im Erwerbsalter, am niedrigsten, im Osten am höchsten. Die Erwerbspersonenquote wird 2035 bundesweit bei 63,7 Prozent liegen, wobei strukturschwache Regionen und Ostdeutschland deutlich darunter bleiben.

Maßgeblicher Faktor für eine stabile Gesamtbevölkerung ist demnach die Zuwanderung. Die Prognose des arbeitgebernahen IW Köln geht von einer jährlichen Nettozuwanderung von rund 300.000 Menschen aus. Ohne Migration würde Deutschland bis 2035 deutlich schrumpfen, heißt es. Die Unsicherheit über die künftige Migration sei jedoch hoch. In den vergangenen Jahren hatte es im Zuge der Flüchtlingskrise 2015 und wegen des Ukraine-Krieges eine besonders starke Zuwanderung gegeben.

Quelle: ntv.de, rts

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