Regierung startet ExpertenrundeDigitales Sozialportal soll «Behörden-Labyrinth» beenden

Nur noch eine Adresse und alles digital: Ein zentrales Sozialportal soll Anlaufstelle für Bürger mit Bedarf werden. Ein Expertengremium arbeitet an Wegen zur Digitalisierung der Sozialverwaltung.
Ein neues Expertengremium soll in den kommenden eineinhalb Jahren die Digitalisierung im großen Bereich der Arbeits- und Sozialverwaltung in Deutschland vorantreiben. «Ziel ist ein Sozialstaat, der schneller hilft und einfacher funktioniert», hieß es dazu in einer gemeinsamen Mitteilung der zuständigen Bundesministerien für Digitales und Soziales in Berlin.
Vertreter von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden sollen sich bis Ende 2027 konkret damit beschäftigen, wie die Verwaltungssysteme modernisiert und der Datenaustausch zwischen den Behörden verbessert werden kann.
Zusammenführung von Leistungen und ein Sozialportal
Im Januar hatte eine Kommission im Auftrag der Regierung ein Papier mit Vorschlägen für Reformen der Sozialverwaltung vorgelegt. Zentrale Elemente: Bürgergeld, Kinderzuschlag und Wohngeld sollen in einem einzigen Sozialleistungssystem zusammengeführt werden und Leistungen sollen schneller und unkomplizierter zugänglich werden durch mehr Digitalisierung und ein zentrales Sozialportal für Sozialleistungen von Bund, Ländern und Kommunen. Um den Digitalisierungsteil dieses Großprojekts soll sich nun das neue Gremium kümmern.
Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) sagte: «Wenn wir Anträge vereinfachen und Prozesse im Hintergrund automatisieren, befreien wir die Behörden von Routineaufgaben und schaffen wieder mehr Zeit für die persönliche Beratung.» Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) sprach davon, das «Behörden-Labyrinth» abzuschaffen.