Lohnentwicklung in der PflegeDurchschnittslöhne steigen um 8,8 Prozent

Die Durchschnittslöhne in der Pflege sind binnen eines Jahres um 8,8 Prozent gestiegen. Wie der GKV-Spitzenverband der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen am Freitag mitteilte, erhöhten sich die durchschnittlichen Stundenlöhne im Vergleich zum Vorjahr damit auf 22,60 Euro. Dies sei deutlich mehr als in den vorangegangenen Jahren. Dort hätten die durchschnittlichen Steigerungen noch bei rund zwei Prozent gelegen.
Der Anstieg in diesem Jahr zeige, dass sich "Pflegekräfte insgesamt auf eine faire Bezahlung verlassen können", erklärte die GKV-Vorstandsvorsitzende Doris Pfeiffer. "Die Kehrseite der Medaille ist, dass sich höhere Löhne aufgrund der geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen auf die Eigenanteile der Pflegebedürftigen auswirken." Denn zur Finanzierung müssten Pflegeeinrichtungen "oftmals die Eigenanteile für die Pflegebedürftigen anheben". Pfeiffer forderte, die Politik müsse "endlich Wege aufzeigen, um die steigende Belastung der Pflegebedürftigen wirksam zu begrenzen".
Besonders stark war der Anstieg der Durchschnittslöhne laut GKV-Spitzenverband bei Pflegehilfskräften ohne Ausbildung. Bei ihnen stieg die Vergütung im Vergleich zu 2023 um fast 9,9 Prozent auf 19,26 Euro. Pflegeassistenzkräfte, also Hilfskräfte mit mindestens einjähriger Ausbildung, erhalten durchschnittlich 21,41 Euro - 9,6 Prozent mehr als bisher. Der Durchschnittslohn für Pflegefachkräfte beträgt 25,93 Euro, ein Plus von knapp 9,2 Prozent.