Für mehr Stabilität EU-Kommission schlägt erste Maßnahme zur Stabilisierung des CO2-Preises im Emissionshandel vor

In der Diskussion um eine Änderung des europäischen Emissionshandels (ETS) hat die EU-Kommission eine erste konkrete Maßnahme vorgeschlagen, um die Stabilität des CO2-Preises zu gewährleisten.
Der am Mittwoch veröffentlichte Vorschlag sieht eine Erweiterung der sogenannten Marktstabilitätsreserve (MSR) vor, aus der zusätzliche CO2-Zertifikate auf den Markt gebracht werden können, um den Preis zu senken. Bisher wurden alle Zertifikate in der Reserve, die 400 Millionen überschreiten, automatisch ungültig.
Dieser Mechanismus soll nach Vorschlag der Kommission nun abgeschafft und der Puffer an zusätzlichen CO2-Zertifikaten somit vergrößert werden. Die Brüsseler Behörde erfüllt damit eine Forderung mehrerer Mitgliedstaaten und der Industrie, die seit längerem Änderungen am ETS fordern. Ursprünglich war eine Überprüfung des ETS für Sommer 2026 angekündigt. Angesichts der steigenden Energiepreise infolge des Iran-Kriegs erhöhten Länder wie Italien und Polen den Druck auf die EU-Kommission.
Die MSR wurde 2019 eingeführt, um Schwankungen im europäischen CO2-Preissystem abzufedern. Sinkt der Preis zu sehr, werden Zertifikate aus dem Markt genommen, steigt er stark, können zusätzliche Zertifikate ausgegeben werden.
Die Kommission erklärte, die Änderung solle die MSR für künftige Marktentwicklungen rüsten. So soll verhindert werden, dass der CO2-Preis im Emissionshandel zu sehr steigt. Die Anpassung bedeutet allerdings auch, dass die Emissionen weniger stark sinken könnten als ursprünglich vorgesehen und somit die Klimaziele der EU gefährden.
Der CO2-Preis ist das wichtigste Mittel der EU, um ihre Klimaziele zu erreichen. Bis 2050 wollen die 27 Staaten nur noch so viel Kohlendioxid ausstoßen, wie die Natur oder technische Methoden auffangen können.
Ein hochrangiger EU-Beamter sagte am Dienstag, die Kommission arbeite an weiteren Anpassungen des ETS. So werde geprüft, ob die Ausgabe kostenloser CO2-Zertifikate auch nach dem bisherigen Enddatum 2039 hinaus fortgeführt werden könne.