"Ausführlich und eingehend"EZB-Insider: Es läuft auf Zinserhöhung im Juni hinaus

Im EZB-Rat zeichnet sich angesichts des Ölpreisschocks laut Insidern Bereitschaft für Zinserhöhungen ab.
Im EZB-Rat zeichnet sich angesichts des Ölpreisschocks laut Insidern Bereitschaft für Zinserhöhungen ab. Dies teilten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters mit. Die Unterbrechungen des Schiffstransports von Öl und Gas durch die Meerenge am Persischen Golf treiben die Energiepreise und damit die Inflation in die Höhe. Laut den Insidern läuft es auf eine erste Zinserhöhung im Juni hinaus, sollte sich die Lage nicht ändern. Mit Blick auf das im März veröffentlichte Basisszenario der EZB erklärten die Insider, damit seien mindestens zwei Zinserhöhungen zu erwarten. Eine Gewährsperson betonte jedoch, dass sich die Aussichten noch ändern könnten, falls ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran den Krieg beenden und zu einem Rückgang der Energiepreise führen sollte.
Die EZB lehnte eine Stellungnahme dazu ab. Der EZB-Rat beließ den Leitzins am Donnerstag zwar bei 2,0 Prozent. Doch angesichts der von den Energiepreisen auf 3,0 Prozent getriebenen Inflation im Euroraum läuten die Alarmglocken. Laut EZB-Chefin Christine Lagarde wurde auf der Sitzung bereits über die Option einer Erhöhung gesprochen - und zwar "ausführlich und eingehend". Doch habe man einmütig eine Zinspause beschlossen, da die Datenlage eine Erhöhung zurzeit nicht hergebe, sagte Lagarde. Auf der nächsten Sitzung in sechs Wochen werde man mit Blick auf den Nahost-Konflikt klarer sehen und auch neue Projektionen zu Inflation und Konjunktur vorlegen. An den Finanzmärkten wird bereits auf einen Schritt nach oben im Juni spekuliert.