1406 Infizierte seit MaiEbola-Ausbruch: Zahl der Toten im Kongo auf mehr als 400 gestiegen

In der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der bestätigten Ebola-Todesfälle auf mehr als 400 gestiegen.
Von den 1406 Menschen, die sich seit Ausbruch der Epidemie Mitte Mai nachweislich infizierten, starben bisher 438 an der hochansteckenden Krankheit, wie die kongolesische Gesundheitsbehörde INSP mitteilte. Die Sterblichkeitsrate liegt damit bei gut 31 Prozent.
Die Gesundheitsbehörde gab auch einen ersten Todesfall in der Großstadt Kisangani im Nordosten des Landes bekannt, die fast 600 Kilometer vom Epizentrum des Ausbruchs entfernt ist. Die Leiche einer 24-jährigen schwangeren Frau sei in Kisangani positiv auf Ebola getestet worden, erklärte die Behörde. Die Tote war demnach "heimlich mit einem Motorrad" aus der Provinz Ituri nach Kisangani gebracht worden.
In Kisangani, der Hauptstadt der Provinz Tshopo, leben 1,5 Millionen Menschen. Bisher traten fast alle Infektionen und Todesfälle in der Provinz Ituri auf, die Schauplatz bewaffneter Konflikte ist. Betroffen sind auch die benachbarten Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu.
Die Übertragung des Ebola-Virus erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten. Hoch ansteckend sind auch die Leichen Verstorbener, oft wird das Virus daher bei Begräbnissen übertragen. Die aktuelle Epidemie wird von der erstmals 2007 nachgewiesenen seltenen Bundibugyo-Variante des Virus verursacht. Gegen sie gibt es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie.