Kurznachrichten

Untersuchung Erderwärmung kann 1,5-Grad-Ziel etwa im Jahr 2030 überschreiten

05.12.2023, 12:57 Uhr
4e15d806d3a943b4dcc99ad127ce38e6
(Foto: imago images/Joerg Boethling)

Wegen weiter steigender CO2-Emissionen könnte das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, einer Studie zufolge bereits in sieben Jahren Makulatur sein. Der Ausstoß von CO2 durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe sei im vergangenen Jahr weltweit um 1,1 Prozent gestiegen, berechneten 150 Wissenschaftler des Global Carbon Project in ihrer am Dienstag vorgelegten Untersuchung. Demnach besteht eine 50-prozentige Chance, dass die Erderwärmung das 1,5-Grad-Ziel bis etwa 2030 überschritten haben wird.

"Es wird immer dringlicher", sagte Hauptautor Pierre Friedlingstein von der Universität Exeter gegenüber Journalisten. "Die Zeit zwischen jetzt und 1,5 Grad schrumpft massiv", warnte er. Die Weltklimakonferenz COP28 in Dubai müsse gegen die Verschmutzung durch Kohle, Öl und Gas "jetzt" vorgehen, appellierte er.

Das Paris-Abkommen sieht vor, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen, vorzugsweise auf 1,5 Grad.

Das ambitioniertere 1,5 Grad-Ziel hat an Dringlichkeit gewonnen wegen zunehmender Hinweise, dass durch die Erderwärmung sogenannte Kipppunkte erreicht werden könnten, die gefährlich und unumkehrbar für Umwelt und Klima wären.

Das 1,5-Grad-Ziel kann nach Ansicht von Experten nur erreicht werden, wenn die weltweiten Emissionen bis zum Ende dieses Jahrzehnts halbiert werden. Wegen der weiter steigenden Emissionen dürfte dies laut dem Global Carbon Projekt jedoch schwieriger werden.

Nach Angaben von Glen Peters, Forscher am Cicero Center for International Climate Research, sind die Kohlendioxid-Emissionen heute sechs Prozent höher als bei der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens im Jahr 2015. "Die Dinge gehen in die falsche Richtung", sagte er - trotz eines vielversprechenden Anstiegs erneuerbarer Energien, die ebenfalls zentrales Thema bei den Klimaverhandlungen in Dubai sind.

Quelle: ntv.de, AFP

Regionales