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Todesstrafe in TaiwanErstmals seit fünf Jahren Straftäter in Taiwan hingerichtet

17.01.2025, 11:22 Uhr
In-Taiwan-werden-im-Januar-das-Staatsoberhaupt-und-das-Parlament-neu-gewaehlt
In Taiwan werden im Januar das Staatsoberhaupt und das Parlament neu gewählt. (Foto: Chiang Ying-Ying/AP/dpa)

In Taiwan ist erstmals seit fast fünf Jahren ein Straftäter hingerichtet worden. Der wegen des Mords an seiner Ex-Freundin und deren Mutter zum Tode verurteilte Huang Lin-kai wurde am Donnerstag von einem Erschießungskommando exekutiert. Das Justizministerium in Taipeh erklärte daraufhin, der 32-Jährige sei wegen seiner "äußerst bösartigen" Verbrechen und seiner "äußerst schwerwiegenden Schuld" getötet worden.

In Taiwan, das sich nach Jahrzehnten autokratischer Herrschaft zu einer lebendigen Demokratie entwickelt hat, unterstützt Umfragen zufolge eine Mehrheit der Bevölkerung die Todesstrafe. Im Jahr 2010 wurde ein Moratorium für ihre Vollstreckung aufgehoben, seither fanden 36 Hinrichtungen statt. Im September hatte das Verfassungsgericht in Taipeh geurteilt, die Todesstrafe müsse auf "besondere und außergewöhnliche Umstände beschränkt" werden.

Die nun erfolgte Hinrichtung war die erste seit dem Amtsantritt von Staatschef Lai Ching-te im Mai 2024. Lai gehört wie seine Vorgängerin Tsai Ing-wen der Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) an, die für eine distanzierte Haltung zum kommunistisch regierten China eintritt. Unter Tsais achtjähriger Amtszeit waren zwei Menschen hingerichtet worden.

Die größte Oppositionspartei, die chinafreundliche Kuomintang, tritt für eine deutlich strengere Anwendung der Todesstrafe ein. Am Donnerstag forderte die Kuomintang, die insgesamt 36 bereits zu Tode verurteilten Häftlinge zu exekutieren.

Quelle: ntv.de, AFP

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