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Reaktion auf DrohnenüberflügeEuropäische Kommission stellt Aktionsplan gegen Gefahren durch Drohnen vor

11.02.2026, 11:05 Uhr
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(Foto: Felix Kästle/dpa)

Nach zahlreichen Drohnenüberflügen über kritischer Infrastruktur in Europa im vergangenen Jahr hat die EU-Kommission einen Aktionsplan vorgestellt, um den Gefahren durch Drohnen zu begegnen.

"Wir haben gesehen, dass alles als Waffe gegen uns genutzt werden kann", erklärte die EU-Technologiekommissarin Henna Virkkunen am Mittwoch. Der Vorschlag sieht unter anderem strengere Vorgaben bei der Registrierung von Drohnen vor, sowie mehr Flugverbotszonen, ein EU-Drohnenlabel und eine stärkere Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft bei der Identifizierung und Abwehr unbemannter Flugobjekte.

"Drohnen- und Anti-Drohnen-Fähigkeiten sind zentrale Bausteine bei der Verteidigung Europas und der Sicherung kritischer Infrastrukturen", argumentierte Virkkunen anlässlich der Vorstellung des Aktionsplans in Straßburg.

Der Kommission zufolge soll künftig jede in der EU verkaufte Drohne einem Menschen zugeordnet werden können. Zu diesem Zweck soll auch das Gewicht, ab dem Privatdrohnen registriert werden müssen, von 250 Gramm auf 100 Gramm gesenkt werden. Dies trage der fortwährenden technologischen Weiterentwicklung Rechnung, infolge derer Drohnen immer kleiner und leichter würden, sagte ein EU-Beamter.

Zudem sollen bis Ende des Jahres mithilfe der Mitgliedstaaten eine bessere Übersicht über Flugverbotszonen zum Schutz kritischer Infrastruktur in der EU erlangt werden. Im kommenden Jahr sollen dann die notwendigen technischen Voraussetzungen für sogenanntes Geofencing geschaffen werden. Dabei werden virtuelle Karten mit Flugverbotszonen erstellt. Diese können dann in Drohnen hochgeladen werden, damit diese auch nicht versehentlich in den Luftraum über kritischer Infrastruktur eindringen können.

Um Drohnen künftig besser entdecken und verdächtige Flüge überwachen zu können, sollen nach Angaben von EU-Beamten private Telekommunikationssysteme zur Ortung genutzt und die Entwicklung Künstlicher Intelligenz vorangetrieben werden. Zudem schlägt die Kommission jährliche "groß angelegte EU-Tests zur Drohnenabwehr" vor.

Quelle: ntv.de, AFP

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