Mehr als vier Jahre HaftEx-Verfassungsschützer Ott in Österreich wegen Spionage verurteilt

Der ehemalige Chefinspektor des österreichischen Verfassungsschutzes, Egisto Ott, ist wegen Spionage für Russland zu vier Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden.
Ein Geschworenengericht am Wiener Landesgericht sprach den 63-Jährigen am Mittwochabend in einem der größten Geheimdienstskandale des Landes einstimmig schuldig. Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass der frühere Beamte des inzwischen aufgelösten Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) jahrelang geheime Informationen an Moskau verraten hat. Er wurde zudem wegen Amtsmissbrauchs, Veruntreuung und Bestechlichkeit verurteilt.
Ott soll laut dem Urteil geheime Daten aus Polizeidatenbanken gesammelt und an den flüchtigen Ex-Wirecard-Manager Jan Marsalek sowie an den russischen Geheimdienst FSB übermittelt haben. Zudem soll er im Auftrag Marsaleks einen hochsicheren SINA-Laptop für 20.000 Euro an Russland verkauft und Diensthandys hochrangiger Beamter nach Moskau weitergeleitet haben. Darüber hinaus soll er nach dem sogenannten Tiergartenmord in Berlin 2019 für den russischen Nachrichtendienst eine Fehleranalyse erstellt haben.
Ott hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und argumentiert, er habe in Zusammenarbeit mit einem westlichen Geheimdienst eine geheime Operation ausgeführt.