NGG warnt vor PreisstagnationFastfoodketten werden Mehrwertsteuersenkung kaum an Verbraucher weitergeben

Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) erwartet bei den Fastfoodketten kaum sinkende Preise durch die Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie.
Damit sei "nicht zu rechnen", sagte NGG-Chef Guido Zeitler der "Augsburger Allgemeinen" vom Freitag. "Wir gehen davon aus, dass die Branche insbesondere ihre Gewinnmargen verbessern wird." Gerade die Systemgastronomie mit ihren gesteuerten Prozessen über Einkauf und Verarbeitung bis hin zur optimierten Personalplanung werde von der niedrigeren Umsatzsteuer profitieren.
Der Bundesrat soll die Mehrwertsteuersenkung am Vormittag beschließen. Für Speisen in Restaurants und Cafés soll dann ab Januar der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent gelten. Ökonomen haben das als teures Wahlgeschenk der schwarz-roten Koalition kritisiert.
Restaurant- und Imbissketten machten laut Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) im vergangenen Jahr einen Umsatz von 35 Milliarden Euro und damit vierzig Prozent der gesamten Gastronomieeinnahmen in Deutschland. BdS-Hauptgeschäftsführer Markus Suchert sagte der Zeitung, nur ein gutes Drittel des Konsums falle auf den Verzehr im Restaurant und sei damit von der Steuersenkung betroffen. Bei Getränken bleibe es bei der höheren Mehrwertsteuer.
"Auch das zeigt, dass die tatsächliche Entlastungswirkung deutlich differenzierter ausfallen würde, als eine reine Gesamtumsatzbetrachtung auf den ersten Blick nahelegt", sagte Suchert. Sein Verband könne deshalb keine Prognose der Entlastungshöhe abgegeben. Auch zu möglichen Preissenkungen könne der Verband angesichts deutlich gestiegener Einkauf-, Energie- und Personalkosten keine Vorhersagen treffen.