Wichtige strategische BedeutungFinnlands Ex-Ministerpräsident wird EU-Berater für die Arktis

Nach dem Grönland-Streit Anfang des Jahres ernennt die EU-Kommission den ehemaligen finnischen Ministerpräsidenten Jyrki Katainen zum Sonderberater für die Arktis.
Er soll laut Mitteilung künftig beraten, wie die EU ihre Interessen in der Region - etwa bei wirtschaftlicher Sicherheit sowie Klima- und Energiefragen - besser vertreten kann. Dafür soll er auch an der EU-Arktisstrategie mitarbeiten. "Im aktuellen geopolitischen und geoökonomischen Kontext ist die strategische Bedeutung der Arktisregion für die EU offensichtlich", heißt es in der Mitteilung der EU-Kommission. Herausforderungen und Chancen müssten durch die Politik der EU entsprechend adressiert werden. Katainen war bereits Vizepräsident der EU-Kommission und davor von 2011 bis 2014 Ministerpräsident Finnlands.
US-Präsident Donald Trump hatte Anfang des Jahres gedroht, die zu Dänemark gehörende Arktisinsel Grönland am liebsten den Vereinigten Staaten einverleiben zu wollen. Seinen Besitzanspruch begründete er mit sicherheitspolitischen Überlegungen. Nach wochenlangem Streit mit der EU nahm Trump angedrohte Strafzölle zurück und entschärfte den von ihm angezettelten Konflikt.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte daraufhin im Januar angekündigt, mehr in die Arktisregion investieren zu wollen. Die Nato erhöhte zudem ihre Militärpräsenz in der Arktis. Auch eine andere arktische Insel könnte für die EU künftig von größerem Interesse sein: Islands Regierung will die Bevölkerung über die Wiederaufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union abstimmen lassen.