Iran-KriegFrankreich ermahnt Israel zur Einhaltung der Waffenruhe im Libanon

Frankreich hat Israel zur Einhaltung des im Iran-USA-Abkommens vorgesehenen Waffenstillstands im Libanon ermahnt.
"Das Abkommen sieht die Einstellung der Kampfhandlungen vor, die israelische Regierung muss es respektieren, und die USA müssen ihrerseits Druck auf die israelische Regierung ausüben, damit dies geschieht", sagte Außenminister Jean-Noël Barrot dem Sender FranceInfo am Freitag.
Bei israelischen Angriffen auf Ziele der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Süden des Libanon sind nach libanesischen Angaben in der Nacht zu Freitag mindestens 18 Menschen getötet worden. Zudem seien 33 weitere Menschen verletzt, teilte das Gesundheitsministerium in Beirut mit. Weiter vier Menschen wurden demnach im Bekaa-Tal im Osten des Libanon getötet. Israel meldete den Tod von vier seiner Soldaten. Es sind die meisten Toten seit der Unterzeichnung der US-iranischen Rahmenvereinbarung, die auch den Libanon umfasst.
Die Verschiebung der ersten, ursprünglich für Freitag geplanten Verhandlungsrunde in der Schweiz zur Ausgestaltung des Rahmenabkommens solle "nicht überinterpretiert werden", sagte Barrot. Das Abkommen sei unterzeichnet worden. "Entscheidend ist nun, dass die Gespräche auch auf technischer Ebene fortgesetzt werden können, damit die ersten Etappen eingeleitet werden können", fügte er hinzu.
Die Schweizer Regierung hatte am Freitagmorgen mitgeteilt, dass die Gespräche auf unbestimmte Zeit verschoben seien. Die Schweiz sei aber weiterhin bereit, diese Gespräche zu moderieren. "Die entsprechenden Vorbereitungsarbeiten werden fortgesetzt", teilte das Außenministerium in Bern mit.
Delegationen der USA und des Iran sowie der Vermittlerstaaten Katar und Pakistan sollten am Freitag eigentlich im Luxusresort Bürgenstock für den Auftakt der weitergehenden Verhandlungen zusammenkommen. Zuvor hatten beide Seiten ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs unterzeichnet, den die USA und Israel Ende Februar mit Angriffen auf den Iran begonnen hatten. Das Abkommen sieht vor, innerhalb von 60 Tagen ein abschließendes Abkommen für einen Frieden und ein Ende des iranischen Atomprogramms zu schließen.
Ein Sprecher des Weißen Hauses hatte am späten Donnerstagabend (Ortszeit) mitgeteilt, dass US-Vizepräsident JD Vance seine ursprünglich angekündigte Reise in die Schweiz zu Verhandlungen mit Vertretern des Irans vorerst verschoben habe. Die logistischen Vorbereitungen der Verhandlungen mit dem Iran seien "noch nie einfach oder vorhersehbar" gewesen, erklärte der Sprecher weiter. "Wir freuen uns darauf, so bald wie möglich mit den technischen Gesprächen zu beginnen."