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Ungleichheit im AlterFrauen in Westdeutschland erhalten im Schnitt 13.500 Euro weniger Jahresrente als Männer

10.12.2025, 15:22 Uhr
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(Foto: picture alliance / NurPhoto)

Frauen in Westdeutschland stehen im Alter durchschnittlich 13.500 Euro weniger Rente im Jahr zur Verfügung als Männern in Westdeutschland.

Das entspricht einer Rentenlücke von 61 Prozent. Das Ergebnis umfasst betriebliche, gesetzliche und private Renten. Zum Vergleich: In den neuen Bundesländern beträgt die Rentenlücke nur 17 Prozent.

Die Zahlen stammen von der Soziologin Carla Rowold, die für ihr Forschungsergebnis mit dem Forschungspreis des "Forschungsnetzwerk Alterssicherung" (FNA) ausgezeichnet wurde. Das FNA ist laut der Deutschen Rentenversicherung Wissensressource und Förderinstrument der Alterssicherungsforschung und soll helfen, Wissenschaft und Praxis zu vernetzen.

Der Ursprung der Rentenlücke liege in der klassischen Rollenverteilung zwischen Mann und Frau, die vor allem in Westdeutschland sehr verbreitet bleibt. Im Jahr 2023 lag die Teilzeitquote unter westdeutschen Frauen nach Angaben der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung bei 48 Prozent - und damit 14 Prozentpunkte höher als im Osten.

Dass Frauen und Mütter nach wie vor den Großteil der gesellschaftlichen Sorgearbeit - unter anderem die Erziehung künftigen Beitragszahler - übernehmen würden, während Männern oder Vätern die Erwerbsarbeit obliege, sei Rowold zufolge Ergebnis der wohlfahrtsstaatlichen Strukturen in Deutschland: Der Sozialstaat ist auf pflegende Angehörige, Menschen im Ehrenamt und unbezahlte Erziehungsarbeit angewiesen.

Quelle: ntv.de, dpa

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