"Nein heißt Nein!"Grönland: Protest gegen neues US-Konsulat in Nuuk

Rund 500 Menschen in Grönland haben laut der Zeitung "Sermitsiaq" anlässlich der Eröffnung neuer Räumlichkeiten des US-Konsulats im Zentrum der Insel-Hauptstadt Nuuk gegen die USA protestiert.
Grönländischen Medien zufolge stellten sich die Demonstranten am Donnerstagabend zwei Minuten lang mit dem Rücken zu dem Gebäude, in dem das Konsulat demnach künftig auf drei Etagen untergebracht ist. Dorthin war die US-Vertretung von einem älteren, kleineren Haus am Hafen umgezogen.
Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen hatte eine Einladung zur Eröffnung Medienberichten zufolge abgelehnt. Laut dem grönländischen Rundfunk waren keine Vertreter des Parlaments anwesend. US-Präsident Donald Trump hatte in der Vergangenheit mehrfach gedroht, Grönland unter seine Kontrolle zu bringen - im Zweifelsfall auch mit Gewalt.
Während der Eröffnung schlug der US-Botschafter in Dänemark, Ken Howery, laut der Nachrichtenagentur Ritzau diplomatischere Töne an: "Der Einsatz von Gewalt ist für den Präsidenten vom Tisch", sagte er demnach. "Über die Zukunft von Grönland müssen die Grönländer selbst entscheiden."
Einige Demonstranten trugen Schilder mit der Aufschrift "USA ASU" ("USA STOPP"), andere skandierten "No means no!" ("Nein heißt Nein!").
In den vergangenen Tagen hatte auch der Besuch des US-Sondergesandten Jeff Landry in Nuuk für Aufsehen gesorgt. Landry kam ohne offizielle Einladung und nach eigener Aussage mit der Absicht, "viele neue Freunde" zu finden. Bei vielen Grönländern kam das nicht gut an.