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Mehrere Treffen abgelehntHermès-Chef Dumas: Epstein war ein "finanzielles Raubtier"

12.02.2026, 11:39 Uhr
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(Foto: Jon Elswick/AP/dpa)

Hermès-Chef Axel Dumas ist nach eigenen Angaben mehrfach von dem verstorbenen US-Finanzier Jeffrey Epstein kontaktiert worden, hat Treffen mit ihm jedoch verweigert.

Er habe den Eindruck gehabt, ins Visier eines "finanziellen Raubtiers" geraten zu sein, sagte Dumas vor Journalisten. Epstein habe sich dem Luxus-Unternehmen angenähert, als Hermès mitten im Abwehrkampf gegen eine feindliche Übernahme durch den Konkurrenten LVMH steckte. "Ich war ein junger CEO, und wir waren mitten in der Affäre mit LVMH", sagte Dumas. Epstein habe bereits damals einen "abscheulichen Ruf" gehabt.

Aus vom US-Justizministerium veröffentlichten Akten geht hervor, dass Epstein in den Jahren 2013 und 2014 mehrfach versuchte, Treffen mit Dumas zu arrangieren. Demnach schrieb er wiederholt E-Mails an die Assistentin des Hermès-Chefs, Elodie Brisebarre. Diese lehnte die Einladungen für November 2013 und Januar 2014 ab und verwies auf anderweitige Verpflichtungen sowie einen sehr engen Terminkalender. Die E-Mails zeigen zudem, dass Epstein im Januar 2014 versuchte, ein Treffen zwischen Dumas und Ariane de Rothschild, der Chefin der Privatbank Edmond de Rothschild, zu arrangieren. Epstein bat das Unternehmen zudem, die Innenausstattung seines Privatjets zu gestalten, was Hermès ablehnte. Eine von Epstein an eine geschwärzte Adresse gesendete E-Mail enthielt die knappe Anweisung: "Spüre Axel Dumas in der Hermès-Zentrale Paris auf."

Dumas zufolge traf er Epstein nur ein einziges Mal, im März 2013 bei einer Veranstaltung in einem Hermès-Atelier. Epstein habe nicht auf der Gästeliste gestanden, sich aber einer Gruppe um den Filmregisseur Woody Allen angeschlossen. "Danach hat er dreimal versucht, sich mit mir zu treffen, und ich habe jedes Mal abgelehnt", sagte der 55-jährige Manager. Er könne sich nach 13 Jahren nicht mehr an alle Details erinnern, aber Epsteins Ruf sei bereits damals schlecht gewesen.

Epstein hatte sich 2008 der Prostitution, einschließlich der Anwerbung eines minderjährigen Mädchens, schuldig bekannt. Er wurde 2019 wegen des Verdachts auf Sexhandel mit Minderjährigen erneut festgenommen. Sein Tod in einer Gefängniszelle in Manhattan im selben Jahr wurde als Suizid eingestuft.

Quelle: ntv.de, rts

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