Hungersnot drohtHilfsgüter für sudanesische Region Dafur sitzen fest

Dringend benötigte Hilfsgüter für die von einer Hungersnot bedrohte sudanesische Region Darfur sitzen nach UN-Angaben fest. Eine wichtige Versorgungsroute sei wegen starker Regenfälle unterbrochen worden, sagte der Länderdirektor des Welternährungsprogramms (WFP) der Vereinten Nationen (UN), Eddie Rowe, zu Reuters. Tausende Tonnen von Hilfsgütern lagerten am Tina-Übergang an der Grenze zum Tschad. Dies habe die Organisation dazu veranlasst, erneut Gespräche mit der mit der Armee verbündeten Regierung aufzunehmen.
Dabei gehe es um die Öffnung eines alternativen, allwettertauglichen Übergangs weiter südlich namens Adre. "Sie haben diese riesigen Flüsse. Während ich jetzt spreche, ist unser Konvoi, der über 2000 Tonnen transportieren sollte, gestrandet", ergänzte er. Auf die Frage nach dem Stand der Gespräche, die diese Woche wieder aufgenommen wurden, antwortete er: "Es steht 50 zu 50".
Das WFP bemüht sich nun um die Genehmigung, einen großen Konvoi von 70 Lastwagen über eine wenig befahrene, mehr als 1000 Kilometer lange Route von Port Sudan nach Darfur zu transportieren. Die Route muss laut Rowe die Kampflinien der sudanesischen Streitkräfte, der RSF-Rebellen und verschiedener Milizen überqueren.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte im Juni vor einer Hungerkatastrophe im Bürgerkriegsland Sudan gewarnt. Seit rund einem Jahr liefern sich die sudanesische Armee und die paramilitärische Miliz RSF in dem ostafrikanischen Land einen blutigen Machtkampf. Die Vereinten Nationen sprechen von der größten Flüchtlingskrise der Welt: Fast zehn Millionen Menschen sind innerhalb des Landes vertrieben worden, weitere zwei Millionen sind in Nachbarländer geflohen.