Debatte um KrankheitskostenIW-Forscher fordern Einschränkungen bei Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Forscher des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) haben sich für Einschränkungen bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ausgesprochen. "Um die Unternehmen zu entlasten, ist es dringend notwendig, diese Kosten zu reduzieren", erklärte das Forschungsinstitut am Donnerstag. So könnte etwa die Lohnfortzahlung für die ersten Krankheitstage ausgesetzt oder generell gesenkt werden.
Studienautor Jochen Pimpertz verweist auf eine Verdopplung der Summe der Entgeltfortzahlungen in Krankheitsfällen seit 2010: "Rund 82 Milliarden Euro mussten Arbeitgeber im Jahr 2024 für kranke Mitarbeiter aufbringen."
Für diesen Anstieg gibt es allerdings gute Gründe, die der Autor teils auch nennt: So ist die Erwerbstätigkeit deutlich gestiegen - wenn mehr Menschen arbeiten, werden auch mehr Beschäftigte krank und haben Anspruch auf Lohnfortzahlung. Zudem sind die Löhne gestiegen und entsprechend auch die Lohnfortzahlungen.
Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung führt weitere Gründe an: Erwerbstätige seien heute im Schnitt älter - wegen des demografischen Wandels und weil ältere Beschäftigte heute öfter und länger arbeiten. Der Krankenstand habe sich zudem wegen neuer Krankheiten wie dem Coronavirus und verbesserter Diagnostik erhöht.