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Besserer AusblickIWF erwartet 2026 stärkeres Wachstum der Weltwirtschaft

19.01.2026, 12:08 Uhr
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Die Weltwirtschaft dürfte nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in diesem Jahr etwas stärker zulegen als zunächst angenommen - einen Schub bringen demnach Technologieinvestitionen.

Der IWF rechnet mit einem Plus von 3,3 Prozent, das wären 0,2 Prozentpunkte mehr als noch im Oktober prognostiziert. Um so viel besser fällt auch die Prognose für Deutschlands Wirtschaft aus: Der IWF rechnet hierzulande mit 1,1 Prozent Wachstum.

Das höhere Wachstum in Deutschland ist laut IWF auf steigende Militärausgaben und öffentliche Investitionen zurückzuführen. Positiv auswirken dürften sich demnach auch "die verzögerten Auswirkungen der Lockerung der Geldpolitik, die den Konsum der Haushalte ankurbeln sollte".

Mit 3,3 Prozent würde die Weltwirtschaft so stark wachsen wie 2025. Der Währungsfonds setzte die Prognose vom Oktober hoch, weil er auf einen Schub durch Investitionen in neue Technologien wie Künstliche Intelligenz setzt. Zudem scheine die Weltwirtschaft die "Handels- und Zollverwerfungen des Jahres 2025 abgeschüttelt zu haben", sagte IWF-Chefökonom Pierre-Olivier Gourinchas.

Probleme drohten der Weltwirtschaft im laufenden Jahr dagegen eher durch eine mögliche Neubewertung der Produktivitätsgewinne durch die KI, vor allem in den USA und in Asien. Und auch Handelsspannungen könnten sich weiterhin dämpfend auf das Wachstum auswirken, warnte er. Die neuesten Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump wegen des Streits um Grönland etwa konnte der IWF in seinem Bericht nicht berücksichtigen.

Trotz Trumps Zollpolitik wird die Wirtschaft in den USA laut IWF-Prognose im Vergleich der Industriestaaten am stärksten zulegen: um 2,4 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte mehr als im Oktober vorhergesagt. Die Eurostaaten dagegen werden nur um 1,3 Prozent wachsen - Deutschland bleibt mit 1,1 Prozent sogar unter dem Durchschnitt. Spanien dagegen wird laut IWF auch in diesem Jahr wieder kräftig wachsen, die Prognose lautet 2,3 Prozent.

Bei den Schwellenländern sieht der IWF Indien mit 6,4 Prozent Wachstum vorn, für China rechnet der Währungsfonds mit 4,5 Prozent. Russland bescheinigt der IWF ein Wachstum von lediglich 0,8 Prozent.

Quelle: ntv.de, AFP

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