Analyse des DLRIllegale Drohnenflüge verursachen Millionen-Schaden im Luftverkehr

Störungen durch unbefugte Drohnenflüge haben der deutschen Luftverkehrswirtschaft im vergangenen Jahr einen erheblichen Schaden zugefügt.
Nach einer am Montag veröffentlichten Analyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) beläuft sich der betriebswirtschaftliche Schaden auf mindestens 60 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung von Folgekosten durch Verspätungen und Flugstreichungen könnte sich die Summe auf bis zu 160 Millionen Euro erhöhen, teilte das DLR mit. "Unbefugte Drohnenflüge im Umfeld von Flughäfen können erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen und stellen zugleich eine Herausforderung für die Sicherheit und Resilienz des Flugbetriebs dar", erklärte der kommissarische Direktor des DLR-Instituts für Luftverkehr, Florian Linke.
Basis der Untersuchung ist ein Datensatz des Luftfahrt-Bundesamts mit 226 gemeldeten Drohnenereignissen im Jahr 2025. Daraus identifizierten die Forscher 116 relevante Störfälle an 25 Verkehrsflughäfen. Besonders betroffen waren große internationale Drehkreuze. Zu den schwersten Vorfällen gehörten mehrtägige Einschränkungen im Oktober am Flughafen München sowie ein umfassender Zwischenfall im Juli am Flughafen Frankfurt. Rund 70 Prozent der etwa 200 erfassten Flugumleitungen standen im Zusammenhang mit Vorfällen an diesen großen Standorten.
Nach einem Bericht der "Welt" vom Freitag registrierte die Deutsche Flugsicherung (DFS) in diesem Jahr einen starken Anstieg der Vorfälle mit Drohnen an Airports. Von Januar bis April habe die DFS mit 108 Behinderungen mehr als doppelt so viele wie im Vorjahrszeitraum gezählt. Am stärksten betroffen war der Flughafen Berlin, gefolgt von Bremen und Frankfurt.
Die unbefugten Flüge greifen direkt in die eng getakteten Umlaufpläne ein. Für Fluggesellschaften entstehen dadurch zusätzliche Betriebskosten für Treibstoff, Passagierbetreuung und Ersatzbeförderungen, während Flughäfen unter Einnahmeausfällen leiden. Angesichts der zunehmenden Vorfälle gewinnt die Entwicklung von Detektions- und Abwehrtechnologien an Bedeutung, die das DLR an seinem Erprobungszentrum in Cochstedt erforscht.