Bitkom-UmfrageImmer mehr Unternehmen sehen Deutschland zu abhängig von US-Cloud-Anbietern

Die Abhängigkeit von ausländischen Cloud-Anbietern nimmt nach Einschätzung deutscher Unternehmen noch zu.
85 Prozent der befragten Firmen halten Deutschland für zu abhängig von US-amerikanischen Anbietern, vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 78 Prozent, wie aus einer Erhebung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom hervorgeht, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. 80 Prozent wünschen sich demnach große Cloud-Anbieter - sogenannte Hyperscaler - aus Deutschland oder Europa. 37 Prozent der Firmen wären sogar bereit, Nachteile bei den Funktionen oder Kosten in Kauf zu nehmen, wenn ihre Daten dann ausschließlich in Deutschland und vor ausländischem Zugriff geschützt verarbeitet würden. Vor einem Jahr waren dies nur 27 Prozent. 64 Prozent der Unternehmen fühlen sich durch die Politik der US-Regierung gezwungen, ihre Cloud-Strategie zu überdenken. Vor einem Jahr waren es 50 Prozent.
Cloud Computing bedeutet die Bereitstellung von IT-Dienstleistungen wie Rechenleistung, Speicherplatz, Datenbanken und Software über das Internet. Anstatt physische Server selbst zu betreiben, mieten Nutzer bedarfsgerecht Ressourcen von Cloud-Anbietern. Bitkom hat für seine Cloud-Studie 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland befragt.
"Deutschland muss sich bei der Cloud mit Blick auf die zunehmende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz (KI) und Daten aus einseitigen Abhängigkeiten lösen", sagte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. 74 Prozent der befragten Firmen halten staatliche Initiativen zur Stärkung europäischer Cloud-Infrastrukturen für notwendig. Zugleich sind aber 75 Prozent der Auffassung, dass die bisherigen politischen Initiativen zu wenig konkrete Effekte für ihr Unternehmen gebracht hätten. Nur 30 Prozent finden die aktuelle politische Unterstützung für europäische Cloud-Initiativen ausreichend.