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Studie Immobilienkauf rechnet sich für einen durchschnittlichen Haushalt nicht

16.11.2023, 11:59 Uhr
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Immobilienkäufer hatten im vergangenen Jahr Mietern gegenüber einen deutlichen Kostenvorteil. Doch der aktuelle Zinsanstieg verändert das Bild zu Gunsten von Mietern. (Foto: Monika Skolimowska/dpa)

Trotz gesunkener Kaufpreise und steigender Mieten rechnet sich einer Studie zufolge der Immobilienerwerb für einen durchschnittlichen Haushalt derzeit nicht. Dieser bleibe "deutlich teurer als das Mieten in Deutschland", heißt es in der Untersuchung des Kreditversicherers Allianz Trade, die der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag vorlag. Dies gelte selbst dann, wenn die Mieten auf der Grundlage des Niveaus von 2023 um die gesetzliche Höchstgrenze von 20 Prozent angehoben würden. Dann würde die Differenz zwischen einer durchschnittlichen monatlichen Kreditbelastung und einer Monatsmiete immer noch 381 Euro betragen.

"Fakt ist: Trotz gesunkener Preise können sich viele Menschen den Hauskauf nicht leisten", sagte Jasmin Gröschl, Senior Volkswirtin bei Allianz Trade. "Die privaten 'Häuslebauer' werden die Bauwirtschaft in der aktuellen Lage also nicht aus dem Nachfragetief ziehen." Der Kauf scheine durch die hohen Kreditzinsen keine realistische Alternative zu sein. Eine Normalisierung sei kaum abzusehen – "auch nicht durch vereinfachte Baugenehmigungen".

Erst wenn zusätzlich zu den Mietpreissteigerungen die Immobilienpreise um 20 Prozent im Vergleich zu 2022 sinken würden – und damit um weitere zehn Prozent zum derzeitigen Niveau – würde sich der Hauskauf im Vergleich zur Rendite lohnen. Alternativ dazu könnten auch die Hypothekenzinsen zusätzlich zur Mieterhöhung auf 1,78 Prozent sinken, damit sich ein Kauf rentiere. Aktuell liegen die Bauzinsen aber bei etwa vier Prozent.

Ein rasches Ende der Baumisere erwarten die Expertinnen und Experten nicht. "Viele Bauprojekte liegen mit höheren Zinsen und Materialkosten auf Eis – mit sichtbaren Folgen für Projektentwickler, Bauunternehmen und vor allem den Wohnungsmarkt", sagte der CEO von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Milo Bogaerts. 2023 fehlten schätzungsweise 700.000 Wohnungen. "Bezahlbarer Wohnraum ist schon seit Jahren knapp, die aktuelle Situation dürfte dies noch weiter verschärfen."

Quelle: ntv.de, rts

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