Bis zum 10. MaiIndien beginnt mit Abzug von Soldaten von den Malediven

Indien hat mit dem Abzug seiner Soldaten von den Malediven begonnen. Ein Vertreter der maledivischen Armee gab bekannt, dass 25 indische Soldaten, die im äußersten Süden des Inselstaates stationiert waren, die Malediven verlassen hätten. Der Abzug erfolgt auf Anordnung des neuen pro-chinesischen Präsidenten der Malediven, Mohamed Muizzu.
Der neue Präsident war mit dem Versprechen gewählt worden, die indischen Sicherheitskräfte des Landes zu verweisen. Dort stationierte indische Truppen sollen die Malediven nun binnen zwei Monaten verlassen. Die indischen Soldaten waren bisher auf den Malediven stationiert, um an ihren langen Seegrenzen zu patrouillieren. Beide Seiten waren überein gekommen, den Abzug der 89 Soldaten und ihrer Unterstützungseinheiten bis zum 10. Mai zu beenden.
Vergangene Woche hatten die Malediven ein Abkommen über "militärische Unterstützung" mit China unterzeichnet. Die Malediven erhoffen sich nach Angaben ihrer Regierung "engere bilaterale Beziehungen" zu China, das dem Abkommen zufolge ihre Soldaten ausbilden soll. Peking wiederum sicherte die Respektierung der "territorialen Souveränität" der Malediven zu. Indien beobachtet die Ausweitung des chinesischen Einflusses im Indischen Ozean mit Argwohn.
China ist der wichtigste Kreditgeber des touristischen Inselstaats. Indien ging bisher davon aus, dass die Malediven in den politischen Einflussbereich des Subkontinents fallen. Indische Truppen unternahmen seit 2019 hydrografische Erkundungen in maledivischen Gewässern rund um die Koralleninseln. Diese Mission kann nach dem Willen des neuen Präsidenten der Malediven nicht verlängert werden.
Die Malediven liegen an einer strategisch wichtigen Stelle im Indischen Ozean. Internationale Handelsrouten führen direkt an den 1192 Koralleninseln vorbei.