Prognose des IWHInsolvenzforscher rechnen mit mehr Firmenpleiten

Insolvenzforscher rechnen trotz eines Rückgangs zum Jahresauftakt in den kommenden Monaten mit mehr Firmenpleiten. Im Januar sei die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften auf 775 gefallen, wie das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) am Donnerstag zu seiner Studie mitteilte.
Das seien etwa zwölf Prozent weniger als im Vormonat Dezember. "Wir erwarten für die nächsten Monate höhere Insolvenzzahlen", sagte der Leiter der IWH-Abteilung Strukturwandel und Produktivität und der dort angesiedelten Insolvenzforschung, Steffen Müller. Die Zahl der Firmenpleiten habe im Januar um 14 Prozent unter dem Durchschnitt der Vorkrisenjahre 2016 bis 2019 gelegen, könnte aber im Frühjahr wieder das langjährige Mittel erreichen.
Neben hohen Energiepreisen belasten den Angaben zufolge hohe Lohnabschlüsse und gestiegene Refinanzierungskosten zunehmend die Bilanzen der Unternehmen. Wenn dadurch schwächere Firmen schließen müssten, sei das im Einzelfall schmerzhaft. Allerdings würden dadurch Arbeitskräfte frei, die in zukunftsfähigen Unternehmen dringend benötigt würden. "Der Marktaustritt nicht wettbewerbsfähiger Unternehmen ist unverzichtbar für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft insgesamt", sagte Müller. In den größten zehn Prozent der Betriebe, deren Insolvenz im Januar gemeldet wurde, waren etwa 8700 Arbeitsplätze betroffen. Mit knapp 4000 Jobs waren erneut Industriearbeitsplätze überproportional stark betroffen.