BIPInstitut: Deutsche Wirtschaft schrumpft 2024 auch wegen Schuldenbremse

Die deutsche Wirtschaft wird nach Prognose des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in diesem Jahr schrumpfen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte um 0,3 Prozent sinken, heißt es in der veröffentlichten Prognose. Das zur gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gehörende IMK ist damit pessimistischer als andere große Institute wie DIW, IfW und Ifo.
Für 2025 wird nun ein Wachstum von 0,8 Prozent vorhergesagt. "Im vergangenen Jahr begründeten die Energiepreisschocks, die Deutschland besonders stark trafen, das schwache Wachstum", so die Forscher. "In diesem und im kommenden Jahr ist es die Schuldenbremse, die Deutschland zum wirtschaftlichen Schlusslicht unter den Industrieländern macht."
Um der Flaute entgegenzuwirken, fordert das in Düsseldorf ansässige IMK mehr staatliche Investitionen und eine Reform der Schuldenbremse, die nur eine geringe Neuverschuldung zulässt. "Während eine Lockerung der Geldpolitik in Sicht ist, zeichnet sich eine konjunkturgerechte Umkehr der deutschen Fiskalpolitik bisher nicht ab", hieß es.
Es sei notwendig, Infrastrukturinvestitionen auszuweiten und transformative Investitionen direkt sowie über günstigere Abschreibungsmöglichkeiten zu fördern. In diesem Zusammenhang sollte auch der Strompreis etwa durch eine Übernahme von Netzentgelten durch den Bundeshaushalt gesenkt werden, um Produktion im Inland zu sichern und die Abkehr von fossilen Energien im Verkehr und bei der Wärmeerzeugung der Haushalte zu unterstützen.
Die Situation auf dem Arbeitsmarkt dürfte laut IMK trotz der Konjunkturflaute relativ stabil bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll der Prognose zufolge im Jahresmittel um rund 140.000 Personen steigen, 2025 dann um weitere 30.000. Die Inflationsrate soll mit 2,4 Prozent wieder nahe am Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) liegen und es mit 2,0 Prozent im Jahresmittel 2025 erreichen.