Stimmung deutlich eingetrübtIran-Krieg belastet Geschäftsklima in Deutschland stärker als erwartet

Der Iran-Krieg trübt die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen stärker als erwartet.
Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im April auf 84,4 Punkte, nach revidiert 86,3 Zählern im März, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag zu seiner Umfrage unter rund 9000 Führungskräften mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang auf 85,5 Punkte gerechnet. Die Unternehmen blicken erheblich pessimistischer auf die kommenden Monate. Sie bewerteten auch ihre aktuelle Lage schlechter. "Die Iran-Krise trifft die deutsche Wirtschaft hart", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.
Der Energiepreisanstieg infolge des Nahost-Krieges hat bereits die Inflation nach oben getrieben und bremst auch die Wirtschaft aus. Darauf lässt das jüngst veröffentlichte Barometer von S&P Global schließen, bei dem Manager die Geschäftsbedingungen beurteilen. Die Bundesregierung halbierte jüngst ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 0,5 Prozent. Laut Wirtschaftsministerin Katherina Reiche kämpft die Wirtschaft im Zuge des Iran-Krieges zwar mit zunehmendem Gegenwind. Eine Rezession sei jedoch nicht zu erwarten.
Die Bundesbank erwartet für das laufende zweite Quartal allenfalls ein leichtes Wachstum. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht voraussichtlich am 30. April eine erste Schnellschätzung zum Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal. Ende 2025 war die deutsche Wirtschaft um 0,3 Prozent gewachsen.