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Proteste dauern anIran: Türkei appelliert für Dialog und lehnt Militäreinsatz ab

15.01.2026, 13:55 Uhr
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(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Die Türkei hat angesichts der Spannungen im Iran zum Dialog aufgerufen. "Wir wollen unbedingt, dass Probleme durch Dialog gelöst werden", sagte der türkische Außenminister Hakan Fidan in Istanbul.

"Hoffentlich werden die Vereinigten Staaten und der Iran das Problem unter sich klären" – sei es durch "Vermittler, andere Akteure oder direkten Dialog". Fidan betonte, dass die Türkei einen Militäreinsatz gegen den Iran ablehne. Die Probleme im Iran sollten von dem Land selbst gelöst werden. Bei den Protesten handele es sich nicht um einen "Aufstand" gegen die Islamische Republik, sondern um Proteste, die mit den Wirtschaftsproblemen zusammenhingen.

Die Proteste im Iran hatten vor über zwei Wochen begonnen. Sie entzündeten sich zunächst an der schlechten Wirtschaftslage, richteten sich dann aber bald gegen die religiöse und politische Führung in Teheran. Die Behörden gingen brutal gegen die Demonstrierenden vor. Menschenrechtsorganisationen befürchten tausende Todesopfer, weitere Tausende wurden festgenommen. Angesichts der Massendemonstrationen und der brutalen Niederschlagung der Protestbewegung durch die Sicherheitskräfte hatte US-Präsident Donald Trump in den vergangenen Tagen Teheran mehrfach mit einem Eingreifen gedroht.

Am Mittwoch ging Trump zwar von einem Ende der Gewalt gegen Demonstranten im Iran aus. Er habe aus "sehr wichtigen Quellen auf der anderen Seite" die Zusicherung erhalten, dass "die Tötungen aufgehört haben". Es seien auch keine Hinrichtungen geplant. Auf die Frage, ob eine militärische Intervention der USA nun vom Tisch sei, antwortete Trump aber: "Wir werden es uns ansehen und sehen, wie der Prozess abläuft."

Experten fürchten im Fall eines militärischen Eingreifens der USA Gegenschläge des Irans gegen US-Stützpunkte in der Region, etwa in Ländern wie Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Türkei. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi sagte dem saudiarabischen Außenminister Faisal bin Farhan in einem Telefonat, dass der Iran sich "gegen jegliche ausländische Bedrohung" verteidigen werde. Wie aus einer Erklärung im Onlinedienst Telegram hervorging, betonte Araghtschi in dem Gespräch, wie wichtig es sei, "ausländische Einmischung in die inneren Angelegenheiten" der Länder der Region international zu verurteilen.

Quelle: ntv.de, AFP

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