"Widerwärtiger Charakter"Irans Außenminister beschimpft Merz und hofft auf Regierungswechsel in Berlin

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat Bundeskanzler Friedrich Merz scharf kritisiert und Hoffnung auf einen Regierungswechsel in Berlin geäußert.
Auf der Plattform X warf Araghtschi dem Kanzler "politische Naivität" und einen "widerwärtigen Charakter" vor.
Araghtschi schrieb weiter, der Iran habe stets enge Beziehungen zu Deutschland gepflegt. "Umso bedauerlicher ist es, dass nun eine Person wie Herr Merz Deutschland auf der Weltbühne vertritt." Der Minister betonte: "Wir hoffen, dass Deutschland wieder eine reifere und ehrenhafte politische Führung bekommt." Deutschland sei vom "Motor des Fortschritts in Europa" zum "Motor des Rückschritts geworden".
Araghtschi reagierte mit seiner Kritik auf Äußerungen von Merz auf X. Der Kanzler hatte erklärt, die Entwicklungen im Iran stünden regionalen Friedensbemühungen entgegen. Deutschland sei bereit, den Druck zu erhöhen und Gespräche aufzunehmen, um das iranische Atomprogramm rasch zu beenden. Ähnlich hatte er sich der CDU-Vorsitzende am Mittwoch vor Beginn seiner ersten Reise in die Golfregion geäußert.
Hintergrund sind geplante indirekte Gespräche zwischen Iran und den USA, die iranischen Angaben zufolge am Freitag in Maskat, der Hauptstadt des Oman, beginnen sollen. Teheran will nach eigenen Aussagen ausschließlich über sein Atomprogramm verhandeln. Die USA wollen auch das Raketenprogramm, Menschenrechtsverletzungen und die Unterstützung bewaffneter antiisraelischer Gruppen wie Hamas, Hisbollah und die Huthi thematisieren.