Im Ostchinesischen MeerJapanische und chinesische Küstenwache werfen sich gegenseitig Rechtsverstöße vor

Die japanische und die chinesische Küstenwache haben sich gegenseitig Rechtsverstöße rund um die umstrittenen Senkaku-Inseln im Ostchinesischen Meer vorgeworfen.
Die japanische Küstenwache erklärte, sie habe zwei chinesische Schiffe vertrieben, als diese sich einem japanischen Fischerboot genähert hätten, das in dem Gebiet unterwegs war. Die chinesische Küstenwache erklärte ihrerseits, sie habe ein japanisches Fischerboot vertrieben, das in die Gewässer rund um die Inseln eingedrungen sei.
Die japanische Küstenwache erklärte, sie habe "die Schiffe der chinesischen Küstenwache erfolgreich gegen etwa 9.20 Uhr (Ortszeit, 2.20 Uhr MESZ) zum Verlassen der japanischen Hoheitsgewässer gezwungen". Zudem sei die Küstenwache "rund um das japanische Fischerboot eingesetzt worden, um dessen Sicherheit zu gewährleisten". Die japanische Küstenwache bezeichnete das Vorgehen Chinas als "Verstoß gegen das Völkerrecht".
Die chinesische Küstenwache erklärte in ihrer Stellungnahme, das "japanische Fischerboot 'Zuihou Maru' sei in die Hoheitsgewässer eingedrungen". Schiffe der chinesischen Küstenwache hätten "notwendige Maßnahmen ergriffen, um es zu warnen und zu vertreiben". Die Senkaku-Inseln, die in China als Diaoyu bekannt sind, werden von Japan kontrolliert, aber auch von China beansprucht. Beide Seiten werfen einander seit Langem vor, Schiffe rund um die Inseln zu entsenden. Immer wieder kommt es dadurch zu gefährlichen Konfrontationen.
Die Beziehungen zwischen Japan und China haben sich seit dem Amtsantritt von Japans neuer konservativer Regierungschefin Sanae Takaichi deutlich verschlechtert. Sie hatte gedroht, militärisch einzuschreiten, wenn Peking gewaltsam versuchen sollte, die demokratisch regierte Insel Taiwan unter seine Kontrolle zu bringen. Japan begründet seine Aufrüstung zudem mit Chinas verstärkten Gebietsansprüchen etwa auf die Senkaku-Inseln.