Studie zu junger GenerationJeder zweite junge Erwachsene empfindet Einsamkeit als alltägliche Belastung

Etwa jeder zweite Jugendliche und junge Erwachsene empfindet Einsamkeit als alltägliche Belastung.
Das zeigt die von der Vodafone-Stiftung in Auftrag gegebene Studie "Generation einsam? Social Media, Einsamkeit und Bewältigungsstrategien im Leben junger Menschen", die am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde.
Laut Studie gab knapp die Hälfte der befragten 14- bis 20-Jährigen an, sich häufig oder gelegentlich einsam zu fühlen. Die jungen Menschen empfänden Einsamkeit dabei ähnlich stark wie Schulstress, Zukunftsängste oder mentale Erschöpfung. Der Befragung zufolge sind junge Frauen öfter betroffen als junge Männer.
"Einsamkeit unter jungen Menschen ist kein individuelles Randphänomen, sondern Ausdruck eines gesellschaftlichen Wandels", erklärte der Geschäftsführer der Vodafone-Stiftung, Matthias Graf von Kielmansegg. Wenn intensive digitale Vernetzung nicht automatisch mehr soziale Verbundenheit schaffe, müssten junge Menschen gezielt gestärkt werden. "Einsamkeit darf kein Tabuthema sein", betonte er.
Soziale Medien spielen laut Studie eine ambivalente Rolle: Die Hälfte der Befragten nutze sie, um sich weniger einsam zu fühlen. Gleichzeitig hat eine intensive Nutzung für viele junge Menschen belastende Gefühle zur Folge.
Viele Befragte schätzen persönliche Treffen und Aktivitäten mit Freunden deshalb als hilfreicher beim Umgang mit Einsamkeit ein als Social Media. Digitale Angebote gelten laut der Studie nur für eine Minderheit als effektive Strategie dafür.
Eine große Mehrheit der Befragten sieht Schulen und Ausbildungsstätten in der Verantwortung, junge Menschen im Umgang mit Einsamkeit zu unterstützen. Laut Studie halten 84 Prozent der Teilnehmer entsprechende Angebote im schulischen Umfeld für wichtig oder sehr wichtig.
"Aus der Studienlage ergeben sich klare Implikationen für die Bildungspolitik", erklärte der brandenburgische Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD) zur Vorstellung der Studie. Es gelte, Prävention und echte Mitgestaltung zu ermöglichen. "Wichtig wäre hierfür die Aufnahme der Kinderrechte in das Grundgesetz."
Im Auftrag der Vodafone-Stiftung befragte das Institut Infratest dimap im Mai vergangenen Jahres 1046 Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren.