Junger MinisterpräsidentNeuer Regierungschef nach Überraschungs-Rücktritt in der Mongolei

Nach einem überraschenden Rücktritt ist in der Mongolei der bisherige Parlamentspräsident Nyam-Osor Uchral zum neuen Regierungschef gewählt worden.
Das Parlament stimmte mehrheitlich für den amtierenden Vorsitzenden der regierenden Mongolischen Volkspartei (MVP), wie die mongolische Nachrichtenagentur Montsame berichtete. Mit 39 Jahren ist Uchral der zweitjüngste Ministerpräsident in der Geschichte des Landes.
Zuvor hatte Uchrals Vorgänger und Parteifreund Gombojav Dzandanshatar nach parteiinternen Querelen und einer Blockade der parlamentarischen Arbeit durch die Opposition seinen Rücktritt nach rund neun Monaten im Amt eingereicht. Uchral wird nachgesagt, dem mongolischen Präsidenten Uchnaagiin Chürelsüch nahezustehen.
"Die aktuelle Entwicklung ist in erster Linie als politische Rochade zu verstehen, zugleich markiert sie faktisch den Auftakt zur kommenden Präsidentschaftskampagne", sagte der Büroleiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Mongolei, Viktor Frank. Der scheidende Premierminister werde in einer sich eintrübenden wirtschaftlichen Lage aus der unmittelbaren Verantwortung genommen, um ihn als Kandidaten aufzubauen, sagte er. Die Präsidentschaftswahl ist im kommenden Jahr.
Für die Außen- und Wirtschaftspolitik erwarten Beobachter durch Uchrals Wahl zunächst keine wesentlichen Auswirkungen. Die Wirtschaft der rohstoffreichen Mongolei ist stark vom Bergbau abhängig. Vor allem der Kohlepreis in dem von Russland und China umschlossenen Land mit rund 3,5 Millionen Einwohnern stand in den vergangenen Monaten unter Druck.