Kabelbäume für VW und BMWKabelbaum-Hersteller Leoni produziert wieder in der Ukraine
Beim Nürnberger Bordnetz-Hersteller Leoni läuft die Produktion in der West-Ukraine trotz des Krieges wieder an. Seit Anfang der Woche werde trotz der Ausgangssperren sogar wieder in zwei Schichten gearbeitet, sagte Vorstandschef Aldo Kamper am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz.
Rund 4000 der 7000 Mitarbeiter in den beiden Werken in der Nähe von Lwiw (Lemberg) - davon zwei Drittel Frauen - produzierten wieder Kabelbäume für die europäischen Autohersteller. Leoni taste sich von 40 Prozent auf 60 bis 70 Prozent der Kapazität heran. Gleichzeitig wird ein Teil der Produktion eilig in andere Länder verlagert. Vieles gehe nach Rumänien und Serbien, wo auch geflüchtete Mitarbeiter aus der Ukraine Arbeit suchten, sagte Kamper. Auch Tunesien oder Marokko sprängen ein. "Wir machen das Unmögliche möglich."
Unternehmen wie VW und BMW hatten die Bänder zeitweise anhalten müssen, weil der Nachschub von Leoni und anderen Kabelbaum-Herstellern ausblieb, die ebenfalls in der Ukraine produzieren. Bei Leoni kommen normalerweise zehn Prozent des Liefervolumens für die europäischen Autobauer von dort. Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges und der Verlagerungen würden zumindest zum Teil von den Autobauern getragen, deutete Kamper an: "Wir haben pragmatische Lösungen für die Mehrkosten gefunden."