Kämpfer der ADF-MilizKongo: Amnesty International wirft islamistischen Rebellen Kriegsverbrechen vor

Die Menschenrechtsorganisation Anmesty International hat den islamistischen Rebellen in der Demokratischen Republik Kongo Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.
Zu den Praktiken der Allied Democratic Forces (ADF) gehörten Zwangsarbeit, die Rekrutierung von Kindersoldaten und Verbrechen gegen Frauen und Mädchen, darunter Vergewaltigungen und Zwangsheiraten, erklärte Amnesty-Generalsekretärin Agnes Callamard.
Die Einschätzung der Menschenrechtsorganisation beruht auf den Aussagen von 71 Menschen, die zwischen Oktober 2025 und Februar 2026 befragt wurden. Demnach greifen die ADF-Kämpfer immer wieder Zivilisten an, unter anderem um an Lebensmittel und Medikamente zu kommen, aber auch "als Vergeltung für andere Einsätze".
Die von der ADF-Miliz entführten Frauen und Mädchen würden oft gezwungen, zum Islam zu konvertieren und als Sexsklavinnen missbraucht. Außerdem sei die Gruppe einer der größten Rekrutierer von Kindersoldaten und für zahlreiche Entführungen verantwortlich. "Die Welt darf diese Kriegsverbrechen nicht weiter ignorieren", erklärte Callamard.
Die ADF-Kämpfer sind frühere ugandische Rebellen, die inzwischen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Treue geschworen haben und große Landesteile im rohstoffreichen Osten des Kongos kontrollieren. Sie sind für ihre Grausamkeit gegenüber Zivilisten bekannt. Das kongolesische Militär wird im Kampf gegen die Rebellen zwar seit 2021 von der ugandischen Armee unterstützt - bislang jedoch ohne großen Erfolg.